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Einen Hintergrund, der mit dem spröden Wort „Regionalmanagement“ bezeichnet wird, haben viele Projekte gemeinsam. So etwa der Herrengarten beim Stift Reichersberg, der „Ausflugsprofi“ der Mühlviertler Almwirte, das Waldhausener Marktplatzl, „derveldner“ – eine Kooperation von Betrieben aus Altenfelden und Neufelden.
So spröd das Wort ist, so bunt sind die Projekte unter seinem Hut. Projekte der Dorf- und Stadtentwicklung, Initiativen zur Sicherung der Nahversorgung und im Bereich Arbeit, Bildung und Soziales, ebenso Umwelt- und Nachhaltigkeits- sowie Wirtschaftsprojekte.
404 Gemeinden. Die „Regionalmanagement Oberösterreich GmbH“ ist eine Regionalentwicklungsagentur für derzeit 404 oberösterreichischen Gemeinden. Dazu haben sich das Land Oberösterreich, die Sozialpartner und regionale Foren vernetzt. Auch die EU finanziert mit. Bayrische und südböhmische Regionalentwicklungs-Agenturen sind Partner, etwa die EUREGIO Bayrischer Wald – Böhmerwald – Unterer Inn. DI Karin Ullmann koordiniert als Regionalmanagerin für Dorf- und Stadtentwicklung (DOSTE) in Kooperation mit der Geschäftsstelle Dorf- und Stadtentwicklung des Landes Oberösterreich Projekte aus diesem Bereich. Aus dem DOSTE-Topf werden viele Projekte gefördert.
Bürger beteiligen! Es geht um den Lebensraum der Bürgerinnen und Bürger. Daher ist es ein Um und Auf, die Betroffenen einzubinden, wenn der Ortskern belebt oder der Verkehr reguliert, der Grünraum gestaltet oder die Nahversorgung gesichert werden soll ... Wenn in einer Gemeinde von möglichst vielen nachgedacht und dann auch das eine oder andere umgesetzt wird, ist sie „liebenswert“ (wofür es ein Zusatzschild zur Ortstafel gibt).
Liebenswert. Liebenswert ist zum Beispiel Schmidham, ein Vöcklamarkter Dorf. Hier sind Straße, Dorfplatz, Vorgärten und historische Hausfassaden neu gestaltet worden. Zweimal im Jahr gibt es zudem eine eigene Dorfzeitung – die Schmidhamer Dorfpost.
Liebenswert ist auch Wesenufer, wo pro mente das Areal des Herrschaftssitzes Niederwesen erwarb und ein Seminarhotel errichtet hat. Dabei wurde darauf geachtet, alte Putze,
Böden, Türen und Dächer zu erhalten.
Wohnen, lernen, spielen, bestatten. In Hallstatt wurden denkmalgeschützte Häuser im historischen Zentrum erhalten und ein
attraktiver Wohnplatz geschaffen, dabei knapp die Hälfte der 19 Wohnungen nach den Kriterien des betreubaren Wohnens. Von der Aufbahrungshalle über Feuerwehrhäuser und Vorgärten bis zu Schulen und Freizeitanlagen – alles kann Thema der Regionalentwicklung und insbesondere der Dorf- und Stadtentwicklung sein.
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Moosbach wird grün. Schüler/innen pflanzen mit ihren Eltern je einen Baum. Foto: Gemeinde Moosbach |
Grünraum
Im Rahmen der Dorf- und Stadtentwicklung lag heuer der Schwerpunkt auf dem Grünraum. Dazu gab es (wie alle zwei Jahre) einen „Wettbewerb der Ideen“. Eines der besonderen Projekte kommt aus der Innviertler Gemeinde Moosbach – „Ein Schüler, ein Baum, unser Schulwald“. – Jede/r Schüler/in pflanzt mithilfe der Eltern einen Baum. Auf dem dazugehörenden Taferl steht, wer den Baum wann gesetzt hat. So wächst ein Schulwald.
Ortskernbelebung
DI Karin Ullmann: „Bei der Ortskern-Belebung geht es nicht um die große Bauidee, sondern um viele kleine Dinge der zwischenmenschlichen Beziehung. Etwa wenn in Maria Neustift der Bürgermeister zu allen ins Haus kommt und fragt, welche Ideen sie zur Ortskernbelebung haben.“
- Regionalmanagement OÖ GmbH, DI Karin Ullmann, Hauptplatz 23, 4020 Linz,
Tel. 0732/79 30 38-17.
- www.rmooe.at
Kleinprojekte-Fonds
Ein weiterer Fachbereich des Regionalmanagements ist die Grenzraumentwicklung. Mithilfe eines Kleinprojekte-Fonds für OÖ/Bayern und OÖ/Südböhmen werden Projekte gefördert, deren Gesamtkosten E 25.000,– nicht überschreiten. Dafür stehen nennenswerte EU-Mittel zur Verfügung. Anträge können regionale und lokale Vereinigungen, Verbände, Vereine, Gemeinden, Schulen etc. einreichen.
Ernst Gansinger
KIZ Ausgabe 2009/47
2009-11-19 11:10:00
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