Die Kapelle als Wallfahrtsziel

 
 
 
 
 
 
 

Mit ziemlicher Sicherheit kann man sagen, dass Pfarrkirchen kein Wallfahrtsort im herkömmlichen Sinne gewesen ist. Loretos aus dem 17. Jahrhundert sind kaum berühmte Wallfahrtsziele geworden. Es fehlen auch die typischen Voraussetzungen für eine Wallfahrt: ein Ursprungswunder (Vision, Heilung oder Rettung) und ein wundertätiges Bild. Ebensowenig sind Votivgaben als Zeugnisse einstiger Wallfahrten vorhanden. Wohl gibt es etliche Prozessionen aus den umliegenden Orten ("Kreuzgänge") nach Pfarrkirchen, und die Pfarrkirchner gingen selber gerne wiederum in diese Orte. Eine Wallfahrt über den engen Umkreis der Kirche hinaus ist jedoch nicht feststellbar.

In den Kirchenrechnungen der Jahre 1677 und 1678 wird zwar ein "Gnadenbild" erwähnt. Leider fehlen alle näheren Angaben darüber, welches Bild damit gemeint gewesen sein könnte. Die genannte Aufrichtung eines Kastens und einer Muschel auf dem Altar meint wohl den Reliquienschrein des hl. Prosper, der während des Kirchenumbaus in der Kapelle aufgestellt gewesen sein dürfte. Vielleicht befand sich vor der Erbauung der Loreotkapelle schon ein Andachtsbild in der alten Kapelle. Wäre es ein beliebtes Wallfahrtsziel gewesen, hätte man es gewiss nicht entfernt.

Soweit wir in unserer Zeit von Wallfahrten sprechen können, ist die Kapelle kaum das Ziel ernsthafter, groß angelegter Wallfahrt, sondern eher eine touristische Sehenswürdigkeit, um das Programm der vielen Ausflugsanbieter attraktiver zu machen. Dies hat den Vorteil, dass nicht wenige mit der Schwarzen Muttergottes in Kontakt kommen. Die vielen Eintragungen ins Fürbittbuch bezeugen, dass oft viel mehr dahinter ist als der Besuch einer Sehenswürdigkeit.

Die Feier der "Goldenen Samstagnächte" ist noch mit der Marienfrömmigkeit verbunden und erfreut sich einer gewissen Beliebtheit. Dass diese ohne den zeitgleich stattfindenden Kirtag (Jahrmarkt) Bestand hätte, darf freilich bezweifelt werden.