Die erste Urkundliche Erwähnung
ist aus dem Jahr 1007 bekannt.
Am Allerheiligentag 1007 wurde der Attergau an das Bistum
Bamberg übergeben.
Schon um die Zeitenwende war die Gegend im Alpenvorland
nördlich des Seengebietes eine römische Provinz und Siedlungsraum römischer
Siedler bis in das fünfte Jahrhundert. Ihnen folgten später im 6. Jh. die
Bayern aus dem Geschlecht der Agilolfinger, die in diese schwach besiedelte
Gegend eingewandert sind.
Zur Zeit des HI. Rupert erfolgte die Christianisierung des
Hausruckgebietes von Salzburg aus. Mit der Gründung des Klosters Mondsee durch
Herzog Odilo von Bayern im Jahr 748 wurde ein großer christlicher
Missionsbereich geschaffen, der in den Attergau hinein- gereicht hat.
In dieses Jahrhundert ist auch die Entstehung der Siedlung
Neukirchens einzuordnen.
Mit großer Wahrscheinlichkeit ist anzunehm-en, dass um die
Jahrtausendwende in Neukirchen schon eine hölzerne Kirche stand, denn nach
einer Klostergründung und Christianisierung einer Region wurde die erste gebaute
Kirche die "neue Kirchen" genannt.
Auch der Pfarrsprengel Neukirchen gehörte 1111 noch zu
Vöcklamarkt, während diese Kirche des heiligen Leonhard im ältesten Urbar des
Stiftes St. Nikola bei Passau aus dem 13. Jahrhundert schon als Pfarre
ausgewiesen ist.
Im Schloss Walchen bei Vöcklamarkt befindet sich ein Bild von
hohem geschichtlichen Wert welches auch auf Neukirchen Bezug nimmt. Das Bild
hat ein Ausmaß von 245 cm Höhe, 148 cm Breite und weist eine Dreiteilung auf.
Oben eine Glaubensdarstellung. Maria mit dem Jesuskind und
der Inschrift:
DE QUA NA TUS EST JESUS - Von ihr geboren ist Jesus.
Im Mittelfeld finden wir Bischof Otto von Bamberg. Seine
Linke ruht auf einer Bildtafel.
Zu Bischof Otto von Bamberg ist zu sagen:
Er widmete Christine von Asbach, Ordensfrau und vermutlich
seine leibliche Schwester, die in Asbach an der Rott ein Kloster gegründet
hatte, eine Reihe von Häusern, Höfen und Grundstücken, die nun ihre Abgaben
dorthin zu leisten hatten, darunter auch Neukirchen.
Auf obiger Bildtafel nun sind die gewidmeten Orte
dargestellt: oben rechts Neukirchen, mit Kirche, fünf Höfen und 17 Häusern und
zwei Gebäuden in Haid (heutiges Freilichtmuseum Stehrerhof ? - denn dies war in
Haid immer der einzige Bauernhof)
Der untere Bildteil zeigt links das Kloster Asbach in seinem
imposanten Ausmaß und rechts eine Textrolle in der Hand eines Putto mit der
lateinischen Aufschrift:
S.OTTO EPISCOPUS BAMBERG CONSEKRATOR ET DOTATOR ECCLESIA
ASPACENSIS; DONATOR DECIMARUM IN ERING ATTERGOY OBERNAUSSEN, SEELING. AURACH ET
NEUKIRCHEN 1127.
In Deutsch:
Hl. Otto, Bischof von Bamberg, Weiher und Stifter der Kirche
von Aspach, Schenker der Zehente in Ering und im Attergau und der Güter im
Kobernaußer Wald, Seeling, Aurach und Neukirchen
1127.
Aus: Franz Fellner, 1000
Jahre Neukirchen
Aus diesem Anlass
wurde auch ein
Kirchenführer
erstellt.
Darin wird dem Leser ein Blick in die Geschichte der Pfarre
und des Kirchenbaues, auf die künstlerische Ausstattung und eine Erklärung der
Heiligenfiguren vermittelt.
Der Kirchenführer ist zum Selbstkostenpreis von € 5.-
erhältlich.