Historische Dokumente für die Zukunft
Bischof Doppelbauer begründete vor 100 Jahren das Diözesanarchiv, es ist
das historische Dokumentationszentrum der Diözese ("Notizblock der
Diözesangeschichte"). Die Benützung des Archivs steht allen Interessenten offen.
Die Dokumente sind ein Spiegel unserer Kultur im Lande, insbesondere
des Lebens der Kirche von der Barockzeit bis zur Gegenwart: Sie umfassen u. a. Grafiken,
Fotos von Persönlichkeiten, Pfarrorten und von kirchlichen Gebäuden, Korrespondenzen
des Bischofs mit den Pfarren, Musikalia, Dokumente der Caritas, des Pastoralamts, zum
Schulwesen sowie über die Kirchenfinanzen.
- Die sogenannten "Passauer Akten" bilden den Grundstock der historischen
Dokumentensammlung: sie wurden im Zuge der Gründung unserer Diözese (1783/85) von Passau
dem Linzer Bischof ausgefolgt.
- Bischof Franz M. Doppelbauer, am Studium historischer Dokumente persönlich sehr
interessiert, gründete vor 100 Jahren das Diözesanarchiv. Es sollte in
traditioneller Sichtweise vor allem eine Sammlung bedeutsamer kirchlicher
Kulturdokumente des Landes aufgebaut werden.
- Ab 1973 wurde ein grundlegender Neuaufbau des Archivs durchgeführt, das seinen Platz
nicht mehr im Bischofshof, sondern im Priesterseminar erhielt. 1988/89 gelang es auch die
räumlichen und personellen Voraussetzungen zu schaffen, das gesamte kuriale
Dokumentationsgut schrittweise zu übernehmen und zentral zu verwalten.
- Parallel dazu wurde die Mitverantwortung für das pfarrliche Archivwesen sehr nachhaltig
wahrgenommen; rund 120 historische Archivkörper wurden bisher völlig neu erschlossen.
- Hinsichtlich der Vermittlung diözesangeschichtlicher Themenfelder wurden große
Anstrengungen unternommen. Die institutseigene Zeitschrift "Neues Archiv" seit
(1981), wurde auch zu einem Bindeglied zu den Pfarren und zu den Forschungseinrichtungen
des Landes. Auch für Überblickswerke z. B.: Kirche in Oberösterreich - Von den
Anfängen bis zur Gegenwart - bot das erschlossene Archivmaterial erstmals eine solide
Basis.
- Das Diözesanarchiv Linz ist heute eine moderne Servicestelle für die Verwaltung und
für die Forschung: Es ist für die (historische) Dokumentation der kirchlichen
Entwicklungslinien in der Diözese verantwortlich, es hat die Dokumente für die Zukunft
zu sichern und hat als Ort "des Gedächtnisses der Kirche" eine durchaus pastorale
Funktion.
Im Lesesaal sind die wichtigsten Nachschlagewerke sowie die Inventare
der Pfarrarchive und des Diözesanarchivs aufgestellt.
Die Akten sind aus Datenschutzgründen 50 Jahre gesperrt.
Die Benützung der Pfarrarchive und der Pfarrmatriken wird auf Antrag
der Interessenten vom Diözesanarchiv vermittelt.
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