Das Schicksal der weiblichen Orden in der NS-Zeit ist wenig erforscht.
Um so erfreulicher ist es, dass nun die Kreuzschwestern Archivmaterial der Öffentlichkeit
zugänglich machen. In einem ersten Teil werden die des Öffentlichkeitsrechtes beraubten
Ordensschulen (Linz, Gmunden, Steyr, Bad Goisern, Bad Ischl) behandelt. Der zweite Teil
berichtet von den Ordenskrankenhäusern (Wels) bzw. Altenheimen. Immer wieder kommt die
schwierige Koexistenz von Ordensfrauen und teilweise fanatischem NS-Personal (Krankenhaus
Wels, Hospiz Linz) zur Sprache. In einem eigenen Kapitel geht die Autorin der Frage nach:
Was wussten die Schwestern von Konzentrationslagern? Breiten Raum nehmen die Schrecken der
Monate vor und zu Kriegsende ein (Grein, Weyer u.a.). Eine abschließende Würdigung ist
Sr. Imelda Holzinger, der Provinzoberin in diesen schwierigen Jahren, gewidmet.
Die Autorin hat mit Engagement eine detailreiche Dokumentation zusammengestellt. Der
Herausgeber hat sich um gute Lesbarkeit und gefällige Gestaltung bemüht. Die
Gesellschaft für Landeskunde/OÖ. Musealverein trug der Wichtigkeit dieses Werkes
Rechnung und legt das Buch als Band 15 seiner historischen Schriftenreihe auf.