Am 7. April 2011 jährte sich zum 200. Mal der
Geburtstag von Bischof Franz Joseph Rudigier. In den einunddreißig Jahren
(1853-1884), in denen Rudigier Bischof von Linz war, hat er die junge
Diözese sehr entscheidend geprägt, ihr mit dem Mariendomein sichtbares
Symbol diözesaner Identität gegeben, die Orden als Motoren der
spirituellen Erneuerung gefördert und die Mobilisierung der katholischen
Kräfte im Land erreicht.
Die Regierungszeit Rudigiers war eine Epoche
des kirchlichen Aufbruchs und der pastoralen Erneuerung. Allerdings ist
Rudigier gerade aufgrund seines Kampfes gegen den liberalen,
demokratischen Staat auch eine durchaus umstrittene Persönlichkeit.
Die Diözese Linz und ihre
Katholisch-Theologische Privatuniversität nahmen das Rudigier-Jubiläum zum
Anlass, um sich mit seiner Person und seinem bischöflichen Wirken im Blick
auf die Gegenwart neu auseinanderzusetzen. Rudigiers Leistungen sollen im
Kontext seiner Zeit verstanden und bewertet werden. Darüber hinaus gilt es
zu fragen, inwiefern bestimmte Aspekte seines Handelns auch für eine
Ortskirche im 21. Jahrhundert vorbildlich und Impuls gebend sein können.