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Blutzeugen des Glaubens
Jan MIKRUT (Hg.), Blutzeugen des Glaubens.
Martyrologium des 20. Jahrhunderts,
Bd. 2: Diözesen Graz-Seckau und Linz, Wien 2000
Preis: 15 €
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archiv@dioezese-linz.at
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Im Rahmen des von Papst
Johannes Paul II. weltweit angeregten Projektes "Martyrologium des 20.
Jahrhunderts" wurden für die Diözese Linz Biogramme von 17 Persönlichkeiten
ausgearbeitet, die aufgrund der Quellenlage den vorgegebenen Aufnahmekriterien
entsprechen. Da hinsichtlich dieser Kriterien zum einen die Grenzen, welche Personen
nachweislich entsprechen, fließend sind und zum anderen die Quellenlage der in Frage
kommenden Personen sehr unterschiedlich ist, kann es sich bei den in der Diözese Linz in
das Martyrologium aufgenommenen Glaubenszeugen nur um "Beispiele" handeln, die
einen thematischen Querschnitt aufzeigen wollen (als Opfer der NS-Zeit Priester und Laien
und als kommunistische Opfer Chinamissionare).
Oberösterreich hält zudem mit dem Konzentrationslager Mauthausen und
seinen 20 Nebenlagern allein im Gau Oberdonau, allen voran Gusen, einen traurigen Rekord
hinsichtlich der Anzahl der Vernichtungsstätten in Österreich. Obwohl Mauthausen nicht
als reines "Vernichtungslager" galt, war es unter den Konzentrationslagern
berüchtigt: "Tötung durch Arbeit" lautete hier die Devise. Mit Stichtag 7.
März 1945 wurden als Höchstzahl der Häftlinge von Mauthausen und aller Nebenlager
84.472 Männer und 1034 Frauen vermerkt (Mauthausen allein: 19.507). Es ist praktisch
unmöglich, nachträglich genau festzustellen, wieviele Personen tatsächlich in all den
Lagern lebten und starben. Insgesamt waren etwa 200.000 Häftlinge im Konzentrationslager
Mauthausen, von denen ungefähr die Hälfte ermordet wurde. Verbrannt wurden in Mauthausen
mindestens 27.556 Menschen, für Gusen schätzt man 30.000, für das Nebenlager Ebensee
8.000 Menschen. Nicht enthalten sind in dieser Zahl die durch Krankheit und
Unterernährung Verstorbenen sowie die tatsächlich oder angeblich auf der Flucht
Erschossenen. Da uns bisher weder vollständige Namenslisten noch ausführliche
Quellenmaterialien zu einzelnen Personen verfügbar sind, konnten daher im Rahmen dieser
Arbeit für die Opfer, die im KZ Mauthausen/Gusen ums Leben kamen, nur exemplarisch der
Franzose Marcel Callo und der polnische Ordenspriester Jozef Cebula in Lebensbildern
behandelt werden.
Von manchen namentlich bekannten NS-Opfern in der Diözese Linz konnten
im Rahmen dieses Projektes auch aufgrund der dürftigen Quellenlage keine Biografien
erstellt werden: Genannt seien hier vor allem die Angehörigen des Stiftes Engelszell, u.
a. der Priester Johann (Gottfried) Becker und seine Gefährten (gestorben in Dachau).
Bei der Bearbeitung des "Martyrologiums" hat sich auch
gezeigt, daß über einzelne Personen nur vorläufige Ergebnisse vorgelegt werden können,
da die Forschungsarbeiten noch nicht abgeschlossen sind; u.a. wird derzeit eine
ausführliche Biografie von Johann Gruber erstellt.
Da manche der zu behandelnden Personen in
verschiedenen Diözesen gelebt bzw. gewirkt haben, sind auch
die Grenzen der lokalen Zuordnung fließend. Manche Glaubenszeugen,
die auch in der Diözese Linz wirkten, wurden anderen österreichischen
Diözesen zugeordnet (z.B. August Wörndl). Der Vollständigkeit
halber werden diese Personen auch im Inhaltsverzeichnis der
Diözese Linz angeführt.
(aus dem Vorwort)
- P. Dr. Bernhard Burgstaller, Abt von Wilhering, verhungert 1941
im Gefängnis Anrath b. Krefeld
- P Marcel Callo, gestorben 1945 an Hunger im Konzentrationslager
Gusen
- P P. Józef Cebula, Oblate der Missionare der Unbefleckten Jungfrau
Maria, erschossen 1941 im Steinbruch Mauthausen
- P Camilla Estermann, enthauptet 1944 in Wien
- P P. Jakob Gapp, Marianist, enthauptet 1943 in Berlin-Plötzensee
(in Band 1: Erzdiözese Wien)
- P Woldemar Theodor Großmann, Weltpriester, gestorben 1942 an den Folgen
seiner Haft
- P Dr. Johann Gruber, Weltpriester, ermordet 1944 im Konzentrationslager
Gusen
- P Franz Heger, enthauptet 1944 in Wien
- P Franz Jägerstätter, enthauptet 1943 in Brandenburg/Havel
- P DDr. Franz Ohnmacht, Weltpriester, gestorben als psycho-physisches
Wrack 1954 an den Folgen seiner langjährigen KZ-Haft
- P P. Edmund Pontiller, Benediktiner, hingerichtet 1945 in München-Stadelheim
(in Band 3: Diözese Tirol)
- P Alois Poranzl, Weltpriester, gestorben 1944 in der Untersuchungshaft
in Linz
- P P. Theophil Ruderstaller, Kapuziner, ermordet 1946 von den Kommunisten
in der Mandschurei
- P P. Antonin Schröcksnadel, Kapuziner, ermordet 1946 von den Kommunisten
in der Mandschurei
- P P. Johann Schwingshackl, Jesuit, gestorben 1945 in München-Stadelheim
vor seiner Hinrichtung
- P Matthias Spanlang, Weltpriester, ermordet 1940 im Konzentrationslager
Dachau
- P P. Engelmar Unzeitig, Mariannhiller Missionar, gestorben 1945 bei
der Pflege von Typhuskranken im Konzentrationslager Dachau
- P Dr. Hans Wölfel, enthauptet 1944 in Brandenburg
- P P. Paulus Wörndl, Karmelit, enthauptet 1944 in
Berlin-Plötzensee (in Band 1:Diözese St.Pölten)
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