Geschichte der Diözese Linz im Überblick
Das Linzer Diözesangebiet gehörte mehr als
1000 Jahre zum Bistum Passau. Die Diözese Linz wurde 1783/85
errichtet. Das Territorium entspricht in etwa dem Bundesland
Oberösterreich.
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Die kirchliche Organisation war jedoch
zusammengebrochen. Die Reorganisation der Kirche Bayerns,
die von iroschottischen Mönchen missioniert worden war,
erfolgte unter dem hl. Bonifatius (+ 754). In dieser Zeit
gründete das bayrische Herzogshaus die Klöster Mondsee
(748) und Kremsmünster (777). Eine prominente Kirchenstiftung
markiert die Nennung der Martinskirche in Linz (799).
Das kirchliche Aufbauwerk konnte aber erst unter dem Passauer
Bischof Pilgrim (971-991) endgültig gefestigt werden.
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Im Umfeld der kirchenpolitischen Wende
im ausgehenden 11. Jahrhundert und in der ersten Hälfte
des 12. Jahrhunderts (Investiturstreit, innerkirchliche
Reformen) wurde die "Reichskirche" in eine "Papstkirche"
umstrukturiert, das Priesterbild streng an monastische
Lebensformen (Zölibat) ausgerichtet. Die reformierten
Klöster zeigten große Strahlkraft und prägten das "Kirchenbild".
Die Straffung der Seelsorgeorganisation förderte die Ausbildung
von Sprengeln mit "festen Grenzen", privilegierter
Hauptkirche (Pfarrkirche) und mit herausgehobenen Kompetenzen
des leitenden Priesters (Pfarrers). An der Mitwirkung
der Laien im Niederkirchenwesen (z. B. Patronat)
wurde festgehalten. Dem Bedarf an zusätzlichen Seelsorgeleistungen
in den neuen städtischen Siedlungen entsprachen recht
erfolgreich die Bettelorden.
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Das Pilger- und Wallfahrtswesen erlebte
im Spätmittelalter einen enormen Aufschwung, St. Wolfgang
und Adlwang zählten zu den beliebtesten Wallfahrtszielen
im Land. Ein starker Frömmigkeitseifer zeigte sich im
Reliquienkult, Reklusentum (Wilbirg) und im Bruderschaftswesen.
Politische Unruhen und Naturkatastrophen verleiteten die
Menschen auf der Suche nach Sündenböcken nicht selten
zur Ablehnung, ja Vernichtung Andersdenkender und Andersgläubiger
(Hussiten, Juden).
Die Gotik war die fruchtbarste Periode für den Kirchenbau
in Oberösterreich. Mit den Kirchen in Braunau, Steyr,
vor allem in Mondsee und Eferding entstanden (bis zum
Bau des Neuen Domes in Linz) die größten Gotteshäuser
des heutigen Bistums.
Wenige, aber exquisite Bildwerke dokumentieren die einst
überreichen gotischen Ausstattungen unserer Kirchen (Flügelaltäre
in Gampern, Hallstatt, St. Wolfgang, Kefermarkt, der Altdorfer
Altar zu St. Florian, Schutzmantelmadonna von Frauenstein).
Das bunte Bild spätmittelalterlicher Religiosität war
nicht frei von Schatten. Reformansätze wurden mehrfach
gefasst, führten aber nicht zur grundlegenden Erneuerung.
Auch im kirchlichen Bereich fühlten sich breite Bevölkerungsschichten
nicht ausreichend angesprochen. Martin Luther lenkte vor
allem den Blick auf die subjektive Heilserfahrung.
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Der Verfall der (alten) Kirchlichkeit
ab dem 2. Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts erfolgte jedenfalls
rascher als der Aufbau neuer Strukturen. So wurde die
katholische Pfarrstruktur nicht wirklich durch eine evangelische
Pfarrorganisation ersetzt.
Als der katholische Landesfürst die Konfessionstreue mit
der Frage der Staatstreue verknüpfte, wurde die mehrheitlich
protestantische Bevölkerung des Landes in schwere Konflikte
gestürzt. Die Anwendung auch militärischer Machtmittel
sollte die Glaubenseinheit zurückbringen, was nach außen
hin gelang; das Faktum der Glaubensspaltung blieb.
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Abgesehen vom materiellen Schaden, den
es nur mühsam zu beheben gelang, war vor allem ein geistiger
Neuaufbau gefordert. Innerkirchliche Reformen gingen vom
Konzil von Trient (1545-1563) aus und mit besonderer Wirkung
von den durch die katholische Dynastie geförderten Orden,
vor allem den Jesuiten und den Kapuzinern.
Durch Schulorden wurde etwa den Mädchen erstmals der Zugang
zur weiterführenden Schullaufbahn eröffnet, dem vermehrten
Bedarf an medizinischer Versorgung, vor allem in den Städten,
wurde durch Spitalorden und Stiftungen entsprochen; mitunter
recht ansehnliche Stiftungen befähigten zu regelmäßigen
Vergabungen an Arme oder Verarmte. Alltag und Festtage
waren kirchlich geprägt und fanden auch Ausdruck in den
Schöpfungen der Architektur, im Bereich der Plastik und
der Musik sowie in der Pflege der Wissenschaft.
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Mit der Gründung der Diözese Linz
(1783/85) wurde die angestammte enge Verbindung
zum Bistum Passau abrupt getrennt. Diesem herben
Schnitt folgten Eingriffe im Bereich des Kultes.
Dies sowie die massive Reduktion der Klosterlandschaft
("Klostersturm"), die Verdichtung des
Pfarrnetzes, das Toleranzpatent (1781) etc. verbinden
wir mit dem Begriff Josephinismus. Seit dem Wiener
Kongreß war das Linzer Bistumsgebiet (das Innviertel
eingeschlossen) gesichert.
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Die Folgen des Revolutionsjahres
1848 lösten auch für den kirchlichen Bereich mehrfache
Fesseln. Doch die neuerliche Privilegierung der
katholischen Kirche im Konkordat von 1855 wurde
in der liberalen Ära scharf bekämpft, wogegen sich
Bischof Franz
Joseph Rudigier (+ 1884) vehement aber vergeblich
zur Wehr setzte. Der Kulturkampf führte indirekt
aber auch zur Profilierung der Katholiken in Presse
und Politik; eine Vielzahl von neuen Ordensniederlassungen
und eine starke Volksfrömmigkeits-Bewegung prägten
das Kirchenbild. Das Baukonzept des "Neuen
Domes" in Linz (Grundsteinlegung 1862, Weihe
1924) symbolisiert nicht nur eine restaurative Antwort
auf Aufklärung und Revolution (1848), es war auch
Ausdruck der Identitätssuche des jungen Bistums.
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Konnte bereits Bischof
Joseph Anton Gall (+1807) ein neues Priesterseminar in Linz eröffnen,
so gelang es erst Bischof
Franz Maria Doppelbauer auch ein neues Diözesan-Knabenseminar
(Kollegium Petrinum, 1897) zu errichten, das zuvor
46 Jahre die Jesuiten am Freinberg geführt hatten.
Die traditionsreiche Theologische Diözesan-Lehranstalt
wurde 1978 (1988 definitiv) in eine Katholisch-theologische
Fakultät päpstlichen Rechts umgewandelt, 2000 erhielt
sie den Status einer Privatuniversität zuerkannt.
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Die nationalsozialistische Gewaltherrschaft
(1938-1945) bedrohte die Kirche personell und strukturell.
Dies zeigte sich etwa durch die Liquidation des katholischen
Vereinswesens, der katholischen Presse und der konfessionellen
Schulen, Enteignung zahlreicher kirchlicher Einrichtungen
(fast aller Stifte und Klöster), Überwachung, "Schulverbot"
und Verhaftung kirchlicher Amtsträger, Einstellung staatlicher
Finanzleistungen für den Unterhalt des Kirchenpersonals
sowie der Leistungen der öffentlichen Patronate für den
Bauaufwand.
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Die existentielle Bedrohung bewirkte
aber auch Aufbrüche und eine intensive Suche nach neuen
Wegen (Liturgiereform, Religionsunterricht auch durch
Laien sowie in der Diakonie). So konnte nach dem 2. Weltkrieg
eine veränderte Kirche den Aufbau beginnen und, emanzipiert,
1952 eine "freie Kirche in einer freien
Gesellschaft"
fordern.
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Die folgenden Jahrzehnte kennzeichnen
auch der äußerlich sichtbare Ausbau der kurialen Ämter
und die Belebung der strukturellen Einrichtungen besonders
in den Pfarren (Kirchenneubauten, Pfarrheimerrichtungen,
Pfarrgründungen), die Förderung der Laienorganisationen
(Katholische Aktion) und des Bildungswesens (z. B. KBW,
Bildungshäuser), das Engagement im Entwicklungshilfedienst
sowie im sozial-caritativen Bereich. Die materielle Basis
für die kirchlich-pastorale Arbeit bildet bis heute das
1939 eingeführte Kirchenbeitragssystem.
- Das 2. Vatikanische Konzil (1962/1965) schuf weltweit
die Voraussetzung für eine zeitgemäße Identifikation mit
der Liturgie und mit dem kirchlichen Leben. Hier sind vor
allem zu nennen der Gottesdienst in der Muttersprache sowie
die neue institutionelle Verankerung der Mitverantwortung
der Christen (die erste Pfarrgemeinderatswahl erfolgte
1973). Die im Bistum Linz begeistert aufgenommenen Reformen
fanden auch Entsprechung und Ausdruck in Architektur und
künstlerischer Gestaltung des Kirchenraumes.
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