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Rudolf Zinnhobler (* 1931)

Professor für Kirchengeschichte an der Kath.Theol. Hochschule Linz 1969-1996
Direktor des Diözesanarchivs Linz 1973-1999

Rudolf Zinnhobler kam am 18. Februar 1931 als sechster und jüngster Sohn des Maurers Josef Zinnhobler (1889 - 1958) und seiner Frau Anna, geb. Koblinger (1896 - 1981) in Buchkirchen bei Wels zur Welt. Von 1937 bis 1942 besuchte er fünf Klassen Volksschule in Holzhausen bei Wels, wohin seine Familie 1934 übersiedelt war. Daran schloß sich der Besuch von zwei Jahren Hauptschule in Wels (1942 - 1944), 1944 trat Zinnhobler in die 3. Klasse des dortigen Realgymnasium über. Wegen einer Einberufung zum Volkssturm (im Alter von weniger als 14 Jahren) konnte Zinnhobler das Schuljahr 1944/45 nicht ordnungsgemäß abschließen. Die Reifeprüfung legte er 1951 ab.

Es folgte das Studium der Theologie in Linz (1951 - 1956). Am 29. Juni 1955 wurde ihm durch den damaligen Bischofkoadjutor DDr. Franz S. Zauner die Priesterweihe erteilt. Nach Abschluß des Studiums wirkte Zinnhobler als Kooperator in den Pfarren Grein (1. Juli bis 31. August 1956) und Mondsee (1. September 1956 bis 31. August 1958).

Am 29. November 1957 wurde Zinnhobler mit einer Dissertation über "Die kirchenrecht-lichen Beziehungen der Stadtpfarre Wels zum Stift Kremsmünster" an der Theologischen Fakultät der Universität Graz zum Dr. theol. promoviert.

Ab dem Studienjahr 1958/59 studierte Zinnhobler an den Universitäten Wien, London, Graz und Innsbruck die Fächer Deutsch und Englisch und erlangte am 17. Februar 1964 die Lehrbefähigung (Mag. phil.) für höhere Schulen. Durch zwölf Jahre unterrichtete er die beiden Sprachen am Bischöflichen Gymnasium Kollegium Petrinum in Linz-Urfahr (1964 - 1976).

1968 konnte Zinnhobler seine Habilitation aus dem Fach Kirchengeschichte mit einer Arbeit über "Die Passauer Bistumsmatrikeln: Das Archidiakonat Mattsee" an der Theologischen Fakultät der Universität Graz abschließen, am 4. November d. J. wurde ihm die Lehrbefugnis (venia legendi) für die gesamte Kirchengeschichte erteilt. Seit seiner Habilitation hielt Zinnhobler an der Theologischen Fakultät Graz die Vorlesungen aus österreichischer Kirchengeschichte (1968 - 1976); später kam er auch Lehraufträgen an den Theologischen Fakultäten Innsbruck (Lehrauftrag für Allgemeine Kirchengeschichte im Wintersemester 1973/74 und im Sommersemester 1974) und Salzburg (Lehrauftrag für Diözesangeschichte im Sommersemester 1975) nach. Im Sommersemester 1968 hatte er zusätzlich einen Lehrauftrag für Kirchengeschichte an der Pädagogischen Akademie der Diözese Linz übernommen, den er bis 1970 mehrmals durchführte.

Mit 1. September 1969 wurde Zinnhobler zum ordentlichen Professor für Kirchengeschichte und zum Dozenten für Patrologie an der Phil.-Theol. Diözesanlehranstalt Linz ernannt. Mit der Berufung von Prof. DDr. Karl Rehberger 1970 erfolgte eine Teilung der Lehrkanzel; Zinnhobler konnte sich nun auf die Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit sowie auf die Diözesangeschichte konzentrieren. Seit dem Wintersemester 1973/74 war er auch Vorstand des Instituts für Patrologie, Kirchen- und Diözesangeschichte an der Kath.-Theol. Hochschule; er erfüllte diese Aufgabe bis zu seiner Emeritierung mit Ende des Sommer-semesters 1996.

Neben seiner Lehrtätigkeit erblickte Zinnhobler eine wichtige Aufgabe darin, Studenten zu wissenschaftlicher Arbeit anzuregen. Er betreute insgesamt 59 Haus- oder Diplomarbeiten und sechs Dissertationen, für weitere elf Dissertationen fungierte er als Koreferent.

1974 und 1976 wurde Zinnhobler jeweils für zwei Jahre vom Professorenkollegium der Kath.-Theol. Hochschule Linz (Studienjahre 1974/75 bis 1977/78) zum Dekan gewählt. In diese Zeit fallen die Hauptverhandlungen für die am 25. Dezember 1978 erfolgte Erhebung der Hochschule in den Rang einer päpstlichen Fakultät.

Am 24. März 1998 hielt Zinnhobler seine Abschiedsvorlesung zum Thema "150 Jahre Theologisch-praktische Quartalschrift".

Andere Aktivitäten

1964 - 1976 Professor für Englisch und Deutsch am bischöflichen Gymnasium Kollegium Petrinum
Von 1964 bis 1984 Bibliothekar der Lehrerbibliothek des Kollegium Petrinum und Betreuer der Münzsammlung
Von 1969 bis 1983 Mitglied der Prüfungskommission für das Lehramt aus Religion an allgemeinbildenden höheren Schulen
Von 1971 bis 1981 Mitglied der Theologischen Kommission Österreichs
Von 1972 bis 1983 Mitherausgeber und Redakteur der Linzer Philosophisch-Theologischen Reihe
Vom 11. Dezember 1973 bis 31. Dezember 1999 Direktor des Archivs der Diözese Linz
1976 Mitgestaltung der Landesausstellung "Der hl. Wolfgang in Geschichte, Kunst und Kult"
Seit 1977 Vorstandsmitglied des OÖ. Musealvereines
1978 Mitgestaltung der Ausstellung "Die Theologische Hochschule Linz - Geschichte und Gegenwart" (Linz)
Von 1981 bis 2000 Chefredakteur von: Neues Archiv für die Geschichte der Diözese Linz
1982 Mitgestaltung der Landesausstellung "Severin zwischen Römerzeit und Völkerwanderung (Enns)
Von 1982 bis 1994 Redakteur (1983 bis 1992 Chefredakteur) der Theologisch-praktischen Quartalschrift
1985 Mitgestaltung der Landesausstellung "Kirche in Oberösterreich - 200 Jahre Bistum Linz"
Von 1985 bis 1987 Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Professoren der Kirchengeschichte an den Kath.-Theol. Fakultäten und Hochschulen in Österreich
1991 Mitgestaltung der Ausstellung "Bischof Franz Joseph Rudigier" (Linz)
Mitglied der Österreichischen Subkommission der Internationalen Kommission für Vergleichende Kirchengeschichte
Teilnahme an zahlreichen fachwissenschaftlichen Tagungen
Mitarbeit an der theologischen Erwachsenenbildung und Priesterfortbildung der Diözese Linz
Umfangreiche Vortragstätigkeit im In- und Ausland

Zahlreiche Seelsorgeaushilfen (Holzhausen, Kronstorf, Peterskirchen, Saxen, Uttendorf-Helpfau, bei den Oblatinnen des hl. Franz von Sales in Linz sowie in der Pfarre Linz-St. Konrad)

Die Leistungen Zinnhoblers wurden u. a. anerkannt durch die Ernennung zum tit. a. o. Universitätsprofessor (1974), zum päpstlichen Kaplan (Monsignore, 1983), zum tit. o. Universitäts-professor (1984) und zum päpstlichen Ehrenprälaten (1997). An anderen Ehrungen bzw. Preisen seien angeführt: Silbernes Ehrenzeichen des Landes Oberösterreich (1982), Kulturpreis des Landes Oberösterreich für Geisteswissenschaft (1991), Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse (1994), Geistlicher Rat des Bistums Passau (1996), Kulturmedaille des Landes Oberösterreich (1999).

Prüfungsarbeiten:
Kirchengeschichtliche Dissertation: Die kirchenrechtlichen Beziehungen der Stadtpfarre Wels zum Stift Kremsmünster [Graz 1956].
Germanistische Hausarbeit: Geschichte des geistlichen Schauspiels in Wels, Innsbruck 1962.
Anglistische Hausarbeit: The Reception of Gerald Manley Hopkins' Literary Works in Germany and Austria, Innsbruck 1962.
Kirchengeschichtliche Habilitationsschrift: Die Passauer Bistumsmatrikeln: Das Archidiakonat Mattsee, 2 Bde. [Graz 1968].

Veröffentlichungen siehe:
Helmut Wagner (Hg.), Bibliographie Rudolf Zinnhobler für die Jahre 1955 bis 2005, Linz 2006. 

 
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