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Franz Salesius Zauner (1904 1994)
Bischof von Linz
Trotz der Meinung mancher Maturakollegen, Franz S. Zauner (geb. 1904)
werde aufgrund seiner Neigung und Begabung einen technischen Beruf ergreifen, wählte er
das Theologiestudium. Die gediegene Ausbildung erhielt er in Rom.
Die Nachricht von der Bischofsernennung des ehemals sehr sportlichen
Generalpräfekten im Petrinum und nunmehrigen engagierten Professors und Regens wurde von
den Seminaristen mit Begeisterung aufgenommen.
Zauner hatte insbesondere in den Kriegsjahren mitgewirkt, das
enteignete Kollegium Petrinum durch Verhinderung des formellen Verkaufs sowie durch
Vermietung des Priesterseminares (zum Teil unter Ausnützung der Konflikte zwischen der
Gauleitung und den Reichsstellen in Berlin) die diözesanen Bildungsstätten dem
Bistum zu erhalten.
Er ging nach dem 2. Weltkrieg mit Engagement daran, die Katholische
Aktion zu einer kräftigen Laienorganisation auszubauen, der zunehmenden
Industrialisierung des Landes pastoral Rechnung zu tragen durch Auflösung der pfarrlichen
Landwirtschaften, Verdichtung der Pfarrstrukturen (Kirchenbau) vor allem in urbanen
Bereichen (inklusive der Errichtung von Pfarr- und Jugendheimen) und förderte das
katholische Bildungswesens. Die finanzielle Basis hiefür war die wirksame und
eigenverantwortliche Disposition des Kirchenbeitrags (vor allem ab dem Staatsvertrag 1955
und dem darauffolgenden Wirtschaftsaufschwung). Insgesamt bedeuteten diese Maßnahmen die
faktische Verdoppelung der Baulast, die Aufbringung der Finanzmittel war in seiner
Amtszeit auch gesichert.
Mit Begeisterung berichtete Franz S. Zauner bei unzähligen Referaten
und Predigten in den Pfarren vom Zweiten Vatikanischen Konzil, an dem er trotz seines
großen Einsatzes bei Firmungen und Visitationen sehr gewissenhaft teilnahm. Er
persönlich wurde mit den meisten Stimmen, die je ein Konzilsvater erreichte, in die
Liturgiekommission gewählt. Zauner war um die konsequente Durchführung der
Konzilsbeschlüsse bemüht.
Die Amtsniederlegungen in der nachkonziliaren Phase bedeuteten ihm
persönlich eine äußerst herbe Enttäuschung.
In Alois Wagner erhielt Zauner 1969 seinen Wunschkandidaten als
Weihbischof. Ihm übertrug er die Leitung der Linzer Diözesansynode (1970/1972), das Amt
des Generalvikars (1973) und weitgehend die pastoralen Planungen. Wagner war bis zu seiner
Bestellung für römische Aufgaben 1981 (Vizepräsident des päpstlichen Rates Cor unum;
Ständiger Beobachter des Vatikan bei den in Rom tätigen UNO-Organisationen) in
maßgeblichen pastoralen Gremien Österreichs sowie in der Österreichischen
Bischofskonferenz tätig.
Die kuralen Ämter erfuhren in der Amtszeit Bischof Zauners einen
Ausbauschub, ebenso wurde der Einsatz der Laien in der Seelsorge (Religionslehrer,
Pastoralassistenten, Jugendleiter) systematisch verstärkt.
Nach seinem Rücktritt infolge Erreichung der Altersgrenze amtierte
Zauner als apostolischer Administrator (1980/1982). Auch im Ruhestand sorgte für ihn sein
langjähriger Sekretär Prälat Gottfried Schicklberger. Altbischof F. S. Zauner verstarb
am 20. Februar 1994 im 90. Lebensjahr.
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