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Ludwig Weiß (1863-1949)

Ehrendomherr der Diözese Linz

* 17. 8. 1863 Windhaag b. Perg
+ 1. 3. 1949 Pierbach

Staatsgymnasium in Linz 1875-1883
Theologiestudium in Linz 1883-1887
Priesterweihe am 18. 7. 1886, Linz

1887-1889 Kooperator in Unterweißenbach
1889 Provisor in Unterweißenbach
1889-1892 Kooperator in Unterweißenbach
1892-1949 Pfarrer in Pierbach
1924-1925 Administrator des Dekanates Pabneukirchen
1925-1943 Dechant des Dekanates Pabneukirchen
1928 Administrator des Dekanates Grein

Ludwig Weiß kam als Sohn des Müllermeisters Josef Weiß (* 15. 3. 1822, + 19. 6. 1882), Besitzer der Rabentischmühle, Hochtor 5, Pfarre Windhaag b. Perg, und der Katharina (geb. Neulinger, * 18. 10. 1836) zur Welt.
Ein Bruder, Johann Weiß (+ 18. 3. 1939), ergriff ebenfalls den Priesterberuf; er war von 1900 bis 1928 Pfarrer in Königswiesen.
Ludwig Weiß wurde am 4. Jänner 1892 als Pfarrer von Pierbach installiert. Er sollte dieser Pfarre für sein ganzes weiteres Leben, noch 57 Jahre, vorstehen. 1931, anläßlich seines 45jährigen Priesterjubiläums und des 45jährigen Dienstes auf herzoglichen Patronatspfarren, verlieh ihm der Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha als Inhaber der Herrschaft Ruttenstein das Ritterkreuz II. Klasse des Hausordens.
Mit 25. Oktober 1938 wurde Weiß als ältester aktiver Weltpriester der Diözese - im 76. Lebensjahr und 46. Jahr als Pfarrer von Pierbach - zum Ehrendomherrn ernannt.
Das Amt des Dechants von Pabneukirchen legte Weiß 1943 nach 18 Jahren vorbildlicher Führung aus Gesundheitsgründen zurück.
Pfarrer Weiß war vor allem bemüht um ein blühendes seelsorgliches Leben in seiner Pfarre. Seine Zuhörer erlebten ihn als gewaltigen Prediger. Zu seinen Fastenpredigten kamen auch Leute aus anderen Pfarren.
In der Pfarrkirche Pierbach, die 1856 abgebrannt war, ließ schon sein Vorgänger Anton Kastner (+ 6. 4. 1903) 1889 den Marienaltar renovieren; der Kreuzweg ist Pfarrer Weiß zu verdanken. Ansonsten hatten die beiden Weltkriege, die Not der dreißiger Jahre und schließlich das hohe Alter von Dechant Weiß die notwendigen Reparaturen der kirchlichen Bauten eher verhindert.

Auszeichnungen:
Geistlicher Rat (25. 4. 1914); Konsistorialrat (3. 5. 1926); Ehrenkanonikus (25. 10. 1938); Ehrenbürger von Pierbach (1912); Carl Eduard Medaille II. Klasse (27. 11. 1922); Ritterkreuz II. Klasse des herzoglich-sächsisch-ernestinischen Hausordens des Hauses Sachsen-Coburg und Gotha (19. 7. 1931); Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich (1932).

QUELLE:
Die Linzer Ehrendomherren, in: Neues Archiv für die Geschichte der Diözese Linz 6 (1989/1990) (mit weiterführenden Literaturangaben)

 
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