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Wagner Alois (1924-2002)

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Weihbischof in Linz 1969-1982
Generalvikar 1973-1982
Vizepräsident des Päpstlichen Rates "Cor Unum" 1981-1992
Kurienerzbischof, Vatikan-Vertreter bei UN-Organen 1992-1999
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Nach dem Rücktritt Ferdinand Weinbergers als Generalvikar betraute
Diözesanbischof DDr. Franz S. Zauner am 1. August 1973 seinen Weihbischof, Dr. Alois
Wagner, mit diesem Amt. Da seine Tätigkeit schon in einem anderen Rahmen ausführlich
gewürdigt wurde, wird hier nur ein knapper Lebenslauf geboten.
Alois Wagner wurde am 20. März 1924 in Leopoldschlag als Sohn eines
Landwirts geboren. Ab 1936 besuchte er das Gymnasium am Kollegium Petrinum. Nach Aufhebung
dieser Anstalt 1938 kam er nach Ried im Innkreis, wo er 1944 eine sogenannte Kriegsmatura
ablegte. Nach kurzem Militärdienst in der Normandie (1944) geriet er in englische
Kriegsgefangenenschaft, aus der er im August 1946 entlassen wurde. Er begann nun das
Theologiestudium in Linz (1946 bis 1947) und setzte es hierauf an der Päpstlichen
Universität Gregoriana in Rom fort. Am 10. Oktober 1952 wurde er in Rom zum Priester
geweiht. Die Defensio der Doktorarbeit fand am 6. Mai 1955 an der Gregoriana statt.
Nach seiner Rückkehr in die Heimat wirkte Wagner als Kooperator,
zunächst von Mai bis September 1955 in Wimsbach-Neydharting und anschließend bis 1956 in
Mattighofen. Gleichzeitig unterrichtete er Religion in der Volks- und Berufsschule. Ab 1.
September 1956 war er bis 1958 Kooperator an der Stadtpfarre Steyr, wo er auch Religion an
der Volks-, Haupt- und Handelsschule sowie am Gymnasium unterrichtete.
Am 1. September 1958 erfolgte Wagners Ernennung zum Diözesanseelsorger
der Katholischen Landjugend/Burschen sowie zum Zentralseelsorger der Katholischen
Landjugend Österreichs und am 1. Juli 1960 die Bestellung zum gesamtverantwortlichen
Diözesanjugendseelsorger.
1960 gründete Wagner mit der Katholischen Landjugend Österreichs den
Österreichischen Entwicklungshelfereinsatz. 1962 wurde er zum Professor für
Pastoraltheologie an der damaligen Philosophisch-theologischen Diözesanlehranstalt
berufen; diese Beauftragung endete im Juni 1970.
Am 1. September 1969 wurde Wagner zum Titularbischof von Sicenna und
zum Weihbischof in Linz ernannt und am 26. Oktober 1969 geweiht. Er nahm den Wahlspruch
"Caritas vobis in Christo Jesu" an.
1970 wurde er von der Österreichischen Bischofskonferenz zum
Referenten für die Herausgabe des Gebet- und Liederbuches "Gotteslob" und 1971
zum Pressesprecher und Referenten für Entwicklungshilfe ernannt. Außerdem wurde er 1974
zum Referenten der Pastoralkommission Österreichs bestellt.
Wie schon erwähnt, wurde Wagner am 1. August 1973 zum Generalvikar
ernannt; diese Beauftragung endete am 16. Jänner 1982.
Am 10. Dezember 1981 berief Papst Johannes Paul II. Bischof Wagner zum
Vizepräsidenten des Päpstlichen Rates Cor Unum im Vatikan; er trat seine neue Aufgabe
als Kurienbischof am 1. Februar 1982 an. In dieser Zeit war er Mitglied und Berater in
verschiedenen Kommissionen der Päpstlichen Räte.
Am 1. Oktober 1992 ernannte der Papst Wagner zum Erzbischof und
gleichzeitig zum Ständigen Beobachter des Heiligen Stuhls bei den vier in Rom ansässigen
internationalen Organisationen der Vereinten Nationen für Welternährung, Landwirtschaft
und Forste (FAO, IFAD, WFP und WFC).
Nach Erreichung der Altersgrenze beendete Erzbischof Wagner am 1.
Oktober 1999 seinen Dienst im Vatikan und kehrte in seine Heimatdiözese zurück. Auch im
"Ruhestand" ist er weiterhin überaus aktiv, hält Festgottesdienste und
Vorträge und übernimmt Repräsentationspflichten bei verschiedenen Veranstaltungen.
Während der Zeit der Firmungen ist er auch in Nachbardiözesen jedes
Wochenende als Spender des Sakramentes unterwegs. Gerne besucht er caritative kirchliche
und öffentliche Einrichtungen und steht für persönliche Aussprachen zur Verfügung. In
kirchlichen Angelegenheiten ist sein Rat auch über die Landesgrenzen hinaus weiterhin
gefragt. In Abständen von fünf Monaten nimmt er noch jetzt Einladungen nach Rom an, um
an Begegnungen und Zusammenkünften teilzunehmen und Vorträge zu halten.
Die vielfältigen diözesanen, überdiözesanen und weltweiten
Aktivitäten Wagners auch nur annährend anzuführen, würde den Rahmen dieser
Kurzdarstellung sprengen. Erwähnt seien nur für das Bistum Linz sein Engagement bei der
Diözesansynode 1970 1972 sowie bei der Durchführung der Richtlinien des Zweiten
Vatikanischen Konzils in der Seelsorgepraxis, die erfolgreichen Bemühungen um die
Erhebung der Philosophisch-theologischen Hochschule zur Päpstlichen Fakultät und um die
Neuordnung des Diözesanarchivs.
Wagner war stets ein Bischof der Begegnung, ein Förderer der
religiösen Bildung und ein großer Organisator. Sein Wirken im Dienste der Welt- und der
Heimatkirche fand auch in Form zahlreicher Auszeichnungen Anerkennung. So erhielt er u. a.
das Große Goldene Ehrenzeichen mit Stern der Republik Österreich, das Große
Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, das Große
Ehrenzeichen des Landes Oberösterreich und den Ehrenring der Landeshauptstadt Linz.
Wagner wurde auch die Würde eines Ehrenbürgers der Gemeinde Leopoldschlag verliehen.
Erzbischof Dr. Alois Wagner starb am 25. Februar 2002 in Linz.
Quelle:
Rudolf Zinnhobler, Das Bistum Linz und seine Generalvikare (Neues Archiv für die
Geschichte der Diözese Linz 15. Jg. Bd. 1), Linz 2001 |