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Johann B. Steindl (1860-1933)

Ehrendomherr der Diözese Linz

* 15. 8. 1860 St. Agatha
+ 11. 12. 1933 Linz

Gymnasium in Linz-Freinberg bis 1879
Theologiestudium in Linz 1879-1883
Priesterweihe am 17. 12. 1882, Linz

1883 Kooperator in Ebensee
1883-1886 Kooperator in Liebenau
1886-1889 Kooperator in Aspach
1889-1890 Pfarrprovisor in Kaltenberg
1890-1905 Pfarrer in Liebenau
1905-1917 Pfarrer in Kreuzen
ab 1908 Diözesan-Archivrat
1917-1933 Pfarrer in Peuerbach
1918-1933 Dechant und bischöflicher Schulinspektor des Dekanates Peuerbach
1928-1933 Kreisdechant des Traunkreises
1930 Administrator des Dekanates Kallham

Steindls Vater, Johann (* 18. 11. 1831 St. Agatha, + 28. 12. 1909 St. Agatha), war Bauer am Bräuergut zu Riesching in St. Agatha. Die Mutter, Katharina (geb. Hinterberger, 30. 10. 1837 St. Agatha, + 16. 2. 1904 St. Agatha), stammte vom Mühnichsedergut zu Hölzing in St. Agatha.

Johann Steindl war in seinen Pfarren oft als Bauherr tätig. Die Erneuerung der Kircheneinrichtung in Liebenau im Jahre 1887 ist zu einem großen Teil dem (ehemaligen) Kooperator und späteren Pfarrer Steindl zu verdanken.
1905 bewarb er sich um die Pfarre Kreuzen, nachdem er 15 Jahre in der "beschwerlichen, winterlichen" Pfarre Liebenau gewirkt hatte.
In der Pfarre Kreuzen ließ er den Kirchturm und den Pfarrhof neu eindecken. Das Gotteshaus erhielt innen und außen einen neuen Verputz.

Am 10. April 1917 wurde Johann Steindl auf die Pfarre Peuerbach installiert. Im Oktober 1917 wurde der Zweigverein zur Unterstützung von Witwen und Waisen für den Gerichtsbezirk Peuerbach gegründet, dessen Präsidium der Pfarrer übernahm; der Verein wurde jedoch 1922 wieder aufgelöst.
Am 11. Juli 1920 fand die Weihe des Kriegerdenkmals statt, dessen Initiator ebenfalls Steindl war. Auch in Peuerbach ließ er 1925 den Kirchturm mit Kupferblech eindecken, ebenso die Kreuzkapelle.

Bischof Gföllner ernannte Dechant Steindl mit 4. April 1923 zum Ehrendomherrn (Insignienverleihung am 3. Mai).
Johann Steindl war ein weitgereister und welterfahrener Priester. U.a. nahm er 1902 am Pilgerzug nach Rom und 1908 am Pilgerzug nach Lourdes teil. Im Jahre 1906 führte ihn eine Erholungsreise in die Schweiz.

Pfarrer Johann Steindl starb am 11. Dezember 1933 im 74. Lebensjahr nach längerem Leiden im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz. In Steindls Testament kommt sein vielseitiges Engagement zum Ausdruck. Er vermachte einen Teil seines Barvermögens den verschiedensten Wohltätigkeitsinstitutionen, wie dem katholischen Waisenhaus in Linz, dem Seraphischen Liebeswerk, dem Haus der Barmherzigkeit, dem Werk der hl. Kindheit Jesu, der Mission in Afrika und der Kinderbewahranstalt in Peuerbach. Auch die Pfarrkirchen von Liebenau und Kreuzen sowie der Dombau in Linz wurden in Steindls Testament bedacht.

Auszeichnungen:
Geistlicher Rat (21. 3. 1910); Konsistorialrat (4. 4. 1923); Ehrenkanonikus (4. 3. 1923); Silberne Ehrenmedaille vom Roten Kreuz (2. 11. 1915); Ehrenbürger von St. Agatha, Bruck-Waasen, Kreuzen, Liebenau, Peuerbach, Steegen.

QUELLE:
Die Linzer Ehrendomherren, in: Neues Archiv für die Geschichte der Diözese Linz 6 (1989/1990) (mit weiterführenden Literaturangaben)

 
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