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Josef Starzinger (1874-1961)

Ehrendomherr der Diözese Linz

* 17. 3. 1874 Frankenburg
+ 6. 9. 1961 Schärding

Gymnasium in Linz-Freinberg 1885-1893
Theologiestudium in Linz 1893-1897
Priesterweihe am 26. 7. 1896, Linz

1897 Kooperator in Hochburg
1897-1898 Hilfspriester in Aurach
1898 Provisor in Aurach
1898-1901 Kooperator in St. Johann am Wimberg
1901-1902 Kooperator in Linz/Stadtpfarre
1902-1908 Adjunkt der Direktion des Waisenhauses/Linz des Instituts der Barm- herzigen Schwestern vom hl. Vinzenz v. Paul (Kloster- und Spitalsseel- sorger)
1906-1908 geistl. Ratgeber des kath. Arbeitervereins Linz
1908-1921 Pfarrer von Kefermarkt
1921-1939 Pfarrer von St. Marienkirchen/Schärding
1938-1939 Administrator und bischöflicher Schulinspektor des Dekanates Schärding
1939-1948 Stadtpfarrer von Schärding
1939-1948 Dechant und bischöflicher Schulinspektor des Dekanates Schärding

Josef Starzinger war das sechste Kind der Bauersfamilie Wolfgang und Theresia (geb. Wielend) Starzinger in Ottokönigen 14, Pfarre Frankenburg.

Am 26. Juli 1896 wurde Josef Starzinger mit einer Dispens von 1 1/2 Jahren zum Priester geweiht.
Auf seinem Kooperatorsposten in Aurach mußte der junge Priester nach dem Tod des Pfarrers Matthias Emeder (+ 25. 1. 1898) fast ein Jahr lang die Pfarrgeschäfte führen, wofür ihm die Gemeinde die Ehrenbürgerschaft verlieh. Auch am nächsten Posten - St. Johann am Wimberg - war Kooperator Starzinger viel allein, Pfarrer Georg Schachinger (+ 14. 4. 1925) bekleidete nämlich ein Reichsratsmandat.
Die Zeit der Weltkriege verhinderte größere Aktivitäten; sowohl in seiner Pfarre Kefermarkt nach dem 1. Weltkrieg als auch in Schärding nach dem 2. Weltkrieg mußte sich Pfarrer Starzinger um die Wiederbeschaffung der Glocken kümmern.
Zahlreiche Einschränkungen, die der Nationalsozialismus für die Kirche brachte, trafen Josef Starzinger vor allem kurz nach seinem Amtsantritt als Stadtpfarrer von Schärding am 15. April 1939. Schon Ende April kündigte der Staat die Einstellung der Kongrua-Ergänzungen an. Die Kirche mußte ab nun selbst für die Erhaltung des Klerus und der kirchlichen Gebäude sorgen. Mit 1. Juli 1939 kündigte die Stadtgemeinde die Beiträge jeder Art für kirchliche Zwecke; das Patronatsrecht der Schärdinger Benefizien wurde neu geregelt, d.h. die Stadtgemeinde verzichtete auf alle Rechte und Pflichten; das Benefizium wurde dadurch eine rein kirchliche Angelegenheit und die Besetzung Sache des Diözesanbischofs.
1941 mußten die Barmherzigen Brüder in Schärding das Kurhaus verlassen; die Kurhauskirche wurde beschlagnahmt.

Am 29. Juni 1944 wurde Josef Starzinger in Anerkennung seiner langjährigen Verdienste mit dem Ehrenkanonikat ausgezeichnet (Investitur am 27. Juli).

Im Zuge des Kriegsendes im Mai 1945 bemühte sich der Pfarrer am 2. Mai beim Kreisleiter und dem befehlshabenden Offizier um eine kampflose Übergabe der Stadt an die Amerikaner, was aber abgelehnt wurde.

Nachdem Pfarrer Starzinger mit 74 Jahren in den Ruhestand trat, half er trotzdem weiterhin vielerorts - trotz zunehmender Beschwerden - besonders im Beichtstuhl aus. Im hohen Alter war Starzinger im rechten Auge noch erblindet.

Auszeichnungen:
Geistlicher Rat (27. 6. 1929); Ehrenkanonikus (29. 6. 1944); Ehrenbürger von Aurach; Ehrenbürger von St. Marienkirchen b. Schärding (1932).

QUELLE:
Die Linzer Ehrendomherren, in: Neues Archiv für die Geschichte der Diözese Linz 6 (1989/1990) (mit weiterführenden Literaturangaben)