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zu den Biografien Alois W. Schließleder (1875-1941)
Ehrendomherr
* 25. 5. 1875 Wernstein
+ 10. 6.
1941 Garsten
Gymnasium in Linz-Freinberg 1887-1895
Theologiestudium in Linz 1895-1899
Priesterweihe am 31. 7. 1898, Linz
1899-1900 Kooperator in Pfarrkirchen/Mühlkreis
1900-1901 Kooperator in Sarleinsbach
1901 Kooperator in Pfarrkirchen/Mühlkreis
1901-1904 Chorvikar an der Domkirche in Linz
1904-1914 Kooperator in Garsten
1914-1938 Pfarrer in Steyr/Vorstadtpfarre
ab 1924 Vertreter der katholischen Kirche im Stadtschulrat Steyr
1930 Administrator des Dekanates Steyr
1931-1938 Dechant und bischöflicher Schulinspektor des Dekanates Steyr
1931-1939 Obmann des Katholischen Preßvereines für Steyr und Umgebung
1938-1941 Ruhestand in Garsten
Alois Wilhelm Schließleder wurde als Sohn des Kirchenwirts in Wernstein
geboren. Seine Eltern Josef (*
15. 8. 1840, + 7. 6. 1925 Schärding)
und Franziska (geb. Eidenhammer, *1838, + 22. 10. 1921 Schärding)
betrieben zum Gastgewerbe noch eine Metzgerei. Der Vater war zusätzlich
noch Flößer und Holzhändler.
Ein Bruder von Alois Schließleder, Eduard (* 19. 3. 1870, + 8. 1. 1915), wurde 1910
Pfarrer von St. Florian/Inn.
Alois Schließleder war 24 Jahre Pfarrer in Steyr-Vorstadt. Sein Wirken war jedoch
überschattet von den Schrecken des 1. Weltkrieges, der Not der Nachkriegszeit, den
politischen Wirren der Ersten Republik und schließlich von der Machtergreifung Hitlers.
An baulichen Maßnahmen wurde daher in seiner Amtszeit wenig durchgeführt. Zu erwähnen
ist der Bau der ehemaligen Volkslesehalle neben der Michaelerkirche, der 1926 vollendet
wurde. 1935 ließ er die Pfarrkirche St. Michael innen renovieren, Anlaß dazu war das
150jährige Bestandsjubiläum der Pfarre.
In "Anerkennung seines vorbildlichen Wirkens, das eine besondere Bedeutung angesichts
der wirren Zeitverhältnisse inmitten zahlreicher Widerstände und Anfeindungen
erhielt", wurde er auch am 4. Oktober 1937 zum Ehrendomherrn ernannt. Die Insignien
wurden dem neuen Ehrenkanonikus am 30. Oktober verliehen.
Alois Schließleder engagierte sich auch im öffentlichen Leben. So war er ab 1924 im
Stadtschulrat tätig; das vom Landeshauptmann übertragene Amt eines Vertreters des Kultus
im Gemeindetag von Steyr mußte er 1937 aus Gesundheitsgründen zurücklegen
.
Selbst sehr bescheiden, nahm sich Schließleder besonders der Armen an. Häufig besuchte
er die Kinder in der Schutzanstalt, mit denen er gerne musizierte.
Schließleder verbrachte seinen Ruhestand in Garsten, wo er am 10. Juni 1941
starb.
Auszeichnungen:
Geistlicher Rat (23. 11. 1920); Konsistorialrat (29. 3. 1934);
Ehrenkanonikus (4. 10. 1937).
QUELLE:
Die Linzer Ehrendomherren, in: Neues Archiv
für die Geschichte der Diözese Linz 6 (1989/1990) (mit weiterführenden
Literaturangaben)
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