|
<- zurück
zu den Biografien Franz Riepl (1884-1972)
Ehrendomherr der Diözese Linz
* 29. 8. 1884 Gallneukirchen
+ 30. 11. 1972 Ried i.
I.
Gymnasium in Linz-Freinberg (1896) und Petrinum 1897-1904
Theologiestudium in Linz 1904-1908
Priesterweihe am 28. 7. 1907, Linz
1908-1911 Kooperator in Schwertberg
1911-1912 Kooperator in Ostermiething
1912-1916 Kooperator in Ried i. I.
1916-1918 Domvikar in Linz
1916-1920 Diözesanjugendsekretär
1918-1920 Domprediger
1920-1960 Pfarrer in Ried i. I.
1922-1960 Dechant des Dekanates Ried
1942-1971 Kreisdechant des Hausruckviertels
Franz Riepl war das älteste von sieben Kindern der Gastwirts- und Fleischhauerseheleute
Franz (* 18. 12.
1856, +10. 12. 1913) und Maria
Riepl (geb. Kronberger, *13.
4. 1859, + 3. 4. 1924).
Während seines Theologiestudiums im Priesterseminar erfreute sich Riepl der besonderen
Gunst des damaligen Regens und späteren Bischofs Rudolph Hittmair, der den redegewandten
und energischen Alumnus in jeder Weise förderte.
Das Redner- und Predigttalent Riepls kennzeichnete auch sein priesterliches Wirken.
In den Jahren 1918/1919 war Franz Riepl Mitglied des Landtages, damals provisorische
Landesversammlung genannt.
Mit 1. März 1920 wurde Riepl die Stadtpfarre Ried i. I. verliehen, wo er 40 Jahre lang
das pfarrliche Leben prägen sollte. Eine Fülle von Arbeit wartete auf ihn, nicht nur auf
seelsorglichem Gebiet, sondern auch auf dem baulichen Sektor. Es sei hier nur einiges aus
seiner reichen Tätigkeit erwähnt: Erneuerung der Kirchenstühle (1920 und 1949),
Beschaffung neuer Glocken nach beiden Kriegen, Errichtung eines neuen Turmhelms nach der
Sturmkatastrophe 1929, Erneuerung des Hochaltares, Restaurierung des Kircheninneren
(1935), Pfarrhofumbau (1923) und Pfarrsaalbau. Das ehemalige Pfarrhofwirtschaftsgebäude
wurde zum "Innviertler Volkskundehaus" umgebaut (1933). Riepls Hauptwerk war
aber der Bau einer Kirche am Riedberg (1956, heute eigene Pfarre). Ebenso tatkräftig
wirkte Riepl auf sozialem Gebiet: Errichtung eines Lehrlingsheimes, Ausgestaltung des
Kindergartens, Neuerrichtung eines Kindergartens am Riedberg. Vor allem aber stellte der
Stadtpfarrer nach dem 2. Weltkrieg Gründe für den Wohnungsbau zur Verfügung und
ermöglichte so das Entstehen eines neuen Stadtteiles - der Riedberg-Siedlung und in
weiterer Folge der Riedberg-Pfarre.
Riepls Hauptanliegen war aber stets die Seelsorge. Vor allem die Jugend war ihm ans Herz
gewachsen, und seine besondere Sorge galt dem Religionsunterricht in der Schule. Große
Anstrengungen unternahm er auch, das Laienapostolat zu beleben. Ein besonderes Anliegen
war dem Freund der Kunst und Kultur stets die Förderung der Kirchenmusik, doch wenig
Freude hatte er mit der liturgischen Entwicklung der Nachkriegszeit. Er feierte die hl.
Messe nie auf einem Altar "zum Volk gewendet".
Dechant Riepl legte auf Ehrungen keinen Wert, wie aus einem Brief an den Generalvikar
hervorgeht: "... möchte ich bitten, mir keine Ehrungen mehr zukommen zu lassen, mir
ist der Konsistorialrat reichlich genug ... Ich kann darin nicht gehen, weil ich nicht
daran gewöhnt bin ... Ich will der einfache Dechant und Pfarrer bleiben ... Mir sind
andere Erfolge viel lieber, etwa die Vollendung der Kirchenrenovierung oder die Teilnahme
von 3000 Personen an der Bußprozession ..." Franz Riepl wurde dennoch zu Weihnachten
1950 mit dem Titel eines Ehrenkanonikus ausgezeichnet.
Als Franz Riepl 1960 resignierte, erteilte er noch weiterhin Religionsunterricht,
zelebrierte in der Krankenhauskapelle und im Altersheim und führte bis zuletzt die
Pfarrkanzlei am Riedberg.
Franz Riepl starb am 30. November 1972 an einem Herzinfarkt, er wurde am 6. Dezember auf
dem Friedhof in Ried begraben.
Seine ausgeprägte, eigenwillige Persönlichkeit brachte ihm den Titel "Papst des
Innviertels" ein, den er übrigens ganz gern hörte.
Auszeichnungen:
Geistlicher Rat (9. 4. 1922); Konsistorialrat (Weihnachten
1946); Ehrenkanonikus (Weihnachten 1950); Silbernes Ehrenkreuz
für Verdienste um die Republik Österreich (30. 6. 1956); Ehrenbürger
von Ried i. I. (29. 8. 1959).
QUELLE:
Die Linzer Ehrendomherren, in: Neues Archiv
für die Geschichte der Diözese Linz 6 (1989/1990) (mit weiterführenden
Literaturangaben)
|