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Josef Pöschl (1865-1944)

Ehrendomherr der Diözese Linz

* 8. 2. 1865 Hofkirchen im Mühlkreis
+ 30. 4. 1944 Peilstein

Gymnasium in Linz-Freinberg bis 1885
Theologiestudium in Linz 1885-1889
Priesterweihe am 15. 7. 1888, Linz

1889-1891 Kooperator in Pichl b. Wels
1891-1903 Stadtpfarrkooperator und Gefangenenhausseelsorger in Ried i. I., zugleich Religionslehrer an der Volks- und Bürgerschule
1903-1944 Pfarrer in Peilstein
1909 Berufung in den Bezirksschulrat Rohrbach
1913-1942 Dechant und bischöflicher Schuldistriktsaufseher des Dekanates Sarleinsbach
1924-1936 Judex prosynodalis bzw. judex synodalis
1931-1942 Kreisdechant des Hausruckkreises
ab 1938 Parochus consultor

Josef Pöschl wurde am 8. Februar 1865 in Emmersdorf, Hofkirchen i. M., geboren. Seine Mutter Katharina Hummel (* 4. 11. 1829) heiratete am 16. Juni 1876 Johann Michael Pöschl (*5. 9. 1800), der aus Pfaffenschlag stammte und Förster in Marsbach (bei Hofkirchen) war.
Ein Studienkollege von Pöschl am Freinberg und im Linzer Priesterseminar war der spätere Landeshauptmann Prälat Johann N. Hauser.
Neben seiner Seelsorgetätigkeit wirkte Pöschl vor allem im Komitee des Diözesanpreßvereines; Pöschl begründete und redigierte 1894-1903 den "Rieder Volkskalender". Als Stadtpfarrkooperator von Ried i. I. arbeitete er gleichzeitig zwölf Jahre lang für die Redaktion des Rieder Wochenblattes, und während seiner Zeit in Peilstein verfaßte er zahlreiche Beiträge zur Landes- und Volkskunde des Mühlviertels.
In Pöschls Amtszeit wurde 1927 die Pfarrkirche von Peilstein außen renoviert.
Die durch ein Augenleiden erzwungene Untätigkeit machte dem Kunstfreund Pöschl schwer zu schaffen; er litt im Alter des öfteren an Depressionen.
Mit 22. Dezember 1928 erfolgte die Ernennung zum Ehrendomherrn, am 9. Jänner 1929 wurde Pöschl mit den Insignien bekleidet.

Auszeichnungen:
Geistlicher Rat (1. 7. 1904); Konsistorialrat (24. 1. 1923); Ehrenkanonikus (22. 12. 1928); Ehrenbürger der damaligen drei Gemeinden Peilstein, Kicking und Kirchbach (1922). (Die Gemeinden Kicking und Kirchbach wurden 1928 aufgelöst und mit Peilstein zusammengelegt).

VERÖFFENTLICHUNGEN (Auswahl):
Aus den Papieren eines Selbstmörders, in: Katholische Warte 2 (1886), 304ff.
Peilstein und die Franzosenzeit, in: Beiträge zur Landes- und Volkskunde des Mühlviertels, Bd. 2 (1913), 8-10.
Gneisenau, ebd., 69-73.
Johann Eberhard Nidhard, ein Kardinal aus dem Mühlviertel, ebd., Bd. 4 (1914), 1-43.
Das Mühlviertel im Kriegsjahre 1809, ebd., Bd. 5 (1915), 59-111.
Pfarrer Kogler, der "Lutherbeschwörer", ebd., Bd. 10 (1925), 102-115.
Altes und Neues über den Schauerfreitag, in: Heimatland (Illustrierte Beilage zum Linzer Volksblatt) 1925, 235ff.
Der Obermühlviertler, in: Franz Berger, Oberösterreich. Ein Heimatbuch für Schule und Haus, Wien 1925, 359-361.
Das "goldene Rößl", ebd., 519-521.
Erinnerungen an P. Christian Stecher, in: Friedrich Pesendorfer, Das Wirken der Jesuiten in Oberösterreich, Linz 1914.

QUELLE:
Die Linzer Ehrendomherren, in: Neues Archiv für die Geschichte der Diözese Linz 6 (1989/1990) (mit weiterführenden Literaturangaben)

 
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