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Johann Evangelist Plakolm (1827-1896)

Kapitelvikar, Generalvikar der Diözese Linz

Plakolm wurde am 5. Oktober 1827 zu Altmünster als Kind eines armen Webermeisters geboren. Der begabte Junge besuchte das Gymnasium in Linz. Nach der Matura trat er ins Priesterseminar ein und wurde 1851 zum Priester geweiht. Dann wirkte er von 1852 bis 1855 als Hilfspriester in Gmunden und als Erzieher in einer Familie. 1856 wurde er Adjunkt im Priesterseminar, Katechet an der Stadt- und Mädchenschule der Ursulinen sowie an der k. k. Normalhauptschule in Linz. Er supplierte aber auch Moraltheologie sowie Katechetik und Pädagogik an der Theologischen Lehranstalt.

1857 kam Plakolm an das höhere geistliche Bildungsinstitut zum hl. Augustin in Wien, 1861 wurde er zum Doktor der Theologie promoviert und kam anschließend als Dom- und Chorvikar nach Linz (1862 bis 1864). Ab 1864 wirkte er als supplierender und dann als wirklicher Professor der Pastoraltheologie, Liturgik, geistlichen Beredsamkeit, Katechetik und Unterrichtslehre an der Theologischen Lehranstalt in Linz. 1869 mußte er das Lehramt wegen seiner Erkrankung an Typhus aufgeben. Er erhielt aber damals die Stelle des Subregens am Priesterseminar und wurde Defensor matrimonii beim geistlichen Ehegericht. 1871 wurde er auch noch Obmannstellvertreter und 1876 Obmann des katholischen Preßvereins (bis 1886). Von 1865 bis 1875 war Plakolm Redakteur der Theologisch-praktischen Quartalschrift.

Am 19. Oktober 1875 nominierte die Universität Wien Plakolm zum Domherrn in Linz. Bischof Rudigier ernannte ihn zum Konsistorialrat, Prosynodalrichter, Prosynodalexaminator, Kommissar des bischöflichen Knabenseminars und Regens des Priesterseminars. Dieses Amt bekleidete er von 1875 bis 1883.

1882 wurde Plakolm die Dignität des Domdechants übertragen, auch wurde er Stadtpfarrer, 1887 überdies Vizedirektor der theologischen Studien, 1894 Dompropst. 1888 führte Plakolm als Kapitelsvikar die Verhandlungen über den Verkauf des im Besitz des Domkapitels befindlichen Königswiesener Forstes, wodurch die Mittel zum Bau des Domherrnhofes (Rudigierstraße 10) beschafft wurden.

1895 bat Plakolm wegen fortschreitender Gebrechlichkeit um Enthebung von der Stadtpfarre. Der Bischof gab ihm Kanonikus Leopold Dullinger zur Seite.

Plakolm starb am 4. März 1896 im Alter von 69 Jahren, nachdem er zweimal einen Schlaganfall erlitten hatte. Wegen seines freundlichen Wesens und seiner Güte war er allseits beliebt gewesen. Insbesondere war er, der selber aus kleinen Verhältnissen stammte, ein Freund armer Studenten, von denen er täglich bis zu 15 an seinem Tisch bewirtete.

Quelle:
Rudolf Zinnhobler, Das Bistum Linz. Seine Bischöfe und Generalvikare (=NAGDL 15/1), Linz 2002.

 
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