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Heinrich Mayrhuber (1889-1959)

Ehrendomherr

* 15. 6. 1889 Waizenkirchen
+ 2. 6. 1959 Linz

Staatsgymnasium Linz bis 1909
Priesterseminar Linz 1909-1913
Priesterweihe am 28. 7. 1912, Linz

1913-1915 Kooperator in Frankenburg
1915-1918 Kooperator in Haag a. H.
1918-1924 Kooperator in Wels-Stadtpfarre
1924-1925 Kooperator in Linz-St. Josef (Hl. Familie)
1925-1941 Pfarradministrator in Linz-St. Josef (Hl. Familie)
1941-1958 Pfarrer in Linz-Hl. Familie
1947-1958 Parochus consultor
1958 Pensionierung

Heinrich Mayrhuber (laut Taufbuch Mairhuber) wurde am 15. Juni 1889 als ältestes Kind des Josef Mairhuber (*3. 2. 1864 Kallham, + 23. 10. 1928 Waizenkirchen) und der Juliane, geb. Lederbauer (* 26. 2. 1866 Eferding, + 20. 1. 1948 Linz), in Waizenkirchen geboren. Die Eltern hatten am 9. Juli 1888 geheiratet, der Vater war Pächter des Gasthauses Doblinger. Heinrich hatte drei Geschwister: Juliane (1893-1909), Maria, vereh. Leeb (1894-1970) und Franz (1898-1965).
Nach dem Besuch des Staatsgymnasiums in Linz trat Mayrhuber am 1. Oktober 1909 in das Priesterseminar in Linz ein und absolvierte seine Studien mit fast durchwegs sehr gutem Erfolg.

Von seinem ersten Posten als Kooperator in Frankenburg (27. Juli 1913 bis 15. September 1915) aus erklärte sich Mayrhuber am 25. Juni 1915 dem bischöflichen Ordinariat gegenüber bereit, sich der Militärbehörde "zu Sanitätsdiensten oder ähnlichem" zur Verfügung zu stellen. Sein "patriotisches Anerbieten" wurde "belobend zur Kenntnis genommen", doch schien dem Ordinariat "nach der kürzlich mit dem k.u.k. Apostolischen Feldvikariate geführten Verhandlung" die "Realisierung kaum durchführbar", wie Mayrhuber am 28. Juni d.J. mitgeteilt wurde. Er wurde angewiesen, sich statt dessen auf seinem Posten "um das Gemeinwohl" verdient zu machen.
Ab 17. September 1915 war Mayrhuber Kooperator in Haag a. H. Als solcher erbat er sich die "Fakultät" zur Aufnahme von Mitgliedern in die "Maria Trost (Gürtelbruderschaft) Erzbruderschaft", die ihm - auf Vermittlung des bischöflichen Ordinariates - von Dr. Stefan Feichtner, Benefiziat in Berg b. Rohrbach, auch erteilt wurde. Hierüber wurde er am 15. Juni 1916 benachrichtigt.

Ab 16. Oktober 1918 wirkte Mayrhuber als Kooperator an der Stadtpfarre Wels. 1919 machte er seine Pfarrkonkursprüfung. Eine Bestellung zum provisorischen Benefiziaten in Braunau (15. Februar 1922) wurde wieder zurückgenommen. Eine Bewerbung um die Pfarre Dornach (1923) führte nicht zum Erfolg. Mit 15. September 1924 kam Mayrhuber als Kooperator an die Pfarre Linz-St. Josef (mit Sitz bei der Pfarrkirche Hl. Familie). Mit 1. August 1925 wurde er hier zum Pfarradministrator bestellt. Er versah auch die Aufgaben eines "Dekanatsleiters der Exerzitienorganisation" und eines Leiters der "Caritas socialis".
Schon am 21. Dezember 1926 ernannte Bischof Johannes M. Gföllner Mayrhuber zum Geistlichen Rat, weil er sich in so kurzer Zeit durch sein seeleneifriges Wirken "die Liebe und das vollste Vertrauen" der Pfarrkinder erworben hatte. Der Bischof empfand es als "großen Trost, die größte Pfarre der Diözese in so guten Händen zu wissen". Am 16. Mai 1927 bat Mayrhuber darum, ihn von seinen Agenden als Dekanatsleiter der Exerzitienorganisation und als Leiter der Caritas socialis zu entheben, "da die neuzeitlichen Seelsorgeaufgaben in einer Pfarre wie St. Josef" für zusätzliche Aufgaben keine Zeit erübrigen ließen. Der Bischof nahm den Rücktritt mit 1. Juni 1927 an.
Als Pfarradministrator von Linz-St. Josef ließ Mayrhuber 1928 eine Innenrenovierung der 1912 geweihten Familienkirche durchführen, 1929 wurde eine neue Orgel angeschafft (Mauracher-Orgel, damals größte Orgel von Linz, Weihe am 10. März 1929). Zwischen 1925 und 1936 wurden fünf neue Glocken beschafft.
Am 8. Juni 1929 wurde Mayrhuber statt Kanonikus Friedrich Pesendorfer zum "Präses des geistlichen Müttervereines in Linz" ernannt.
Mit 1. November 1941 wurde der Pfarrname von Linz-St. Josef in Linz-Hl. Familie umbenannt, gleichzeitig wurde an der Karmelitenkirche St. Josef eine Pfarrexpositur errichtet, die aus der Pfarre zur Hl. Familie ausgeschieden wurde.
1941/42 mußten die Glocken der Familienpfarre für Kriegszwecke abgeliefert werden. Die Pfarrkirche wurde im Zweiten Weltkrieg schwer bombengeschädigt; bis 1946 waren die Schäden im wesentlichen behoben. Zu Weihnachten 1946 wurde Mayrhuber wegen seiner "langjährigen und außerordentlichen Verdienste ... in der pfarrlichen Seelsorge" sowie um sein "bombengeschädigtes Gotteshaus" zum Bischöflichen Konsistorialrat ernannt. Es folgte die Ernennung zum Parochus consultor (1947). Schon am 10. April 1949 wurde Mayrhuber die Würde eines Ehrenkanonikus verliehen; die Überreichung der Insignien erfolgte am 13. April "nach der Kapitelmesse in der Hauskapelle des Bischofshofes".
1950 schaffte Mayrhuber für seine Kirche vier Glocken an; am 12. März d.J. wurde das neue Geläute geweiht. 1957 konnte das neue Pfarrheim seiner Bestimmung übergeben werden (Weihe 3. November).

Eine Gehirnembolie veranlaßte Mayrhuber, mit 1. August 1958 die Versetzung in den dauernden Ruhestand zu erbitten. Der Bischof entsprach diesem Wunsch. Im diesbezüglichen Schreiben des bischöflichen Ordinariates vom 28. Juli 1958 heißt es wörtlich: "Durch vierunddreißig Jahre haben Sie die Pfarre Linz-Hl. Familie geleitet. Den reichen Gaben Ihres Geistes, Ihrem unermüdlichen Eifer, Ihrer klugen Umsicht ist es zu danken, daß Ihre Pfarre eine der geachtetsten von Linz ist".
Auch seine Funktion als "parochus consultor" legte Mayrhuber 1958 zurück.
Mayrhuber starb in Linz am 2. Juni 1959 um 19.30 Uhr im 70. Lebensjahr und im 47. Jahre seines Priestertums. Die Beerdigung fand am 5. Juni auf dem Friedhof seiner Heimatpfarre Waizenkirchen statt.
Der vielseitig begabte Kanonikus Mayrhuber hatte auch den Ruf eines ausgezeichneten Predigers gehabt.

Auszeichnungen:
Geistlicher Rat (21. 12. 1926); Konsistorialrat (Weihnachten 1947); Ehrenkanonikus (10. 4. 1949).

VERÖFFENTLICHUNG:
Rund um den Tisch. Skizzen über die Welt der Frau, Wiesbaden 1930.

QUELLE:
Die Linzer Ehrendomherren, in: Neues Archiv für die Geschichte der Diözese Linz 6 (1989/1990) (mit weiterführenden Literaturangaben)

 
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