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Matthias Hufnagl (1867-1937)
Ehrendomherr der Diözese Linz
* 17. 9. 1867 Roßbach
+ 27. 4. 1937 Ika b. Abbazia
Staatsgymnasium in Linz bis 1886
Theologiestudium in Linz 1886-1890
Priesterweihe am 27. 1. 1890, Linz
1890 Kooperator in Hofkirchen i. Mkr.
1890-1895 Kooperator in Hörsching
1895-1896 Pfarrprovisor in Offenhausen
1896-1899 Kooperator in Hörsching
1899-1900 Pfarrprovisor in Kopfing
1900-1910 Pfarrer in Kopfing
1910-1928 Pfarrer in Urfahr-Stadtpfarre
1910-1936 Verwalter des Priesterheimes in Urfahr
1915-1935 (stellvertretender) Rat des geistlichen Ehegerichtes (Synodalrichter)
1918-1930 Dechant und bischöflicher Schulinspektor des Dekanates Urfahr
1924-1937 Mitglied des Preßvereinskomitees
1929-1937 Obmann des Preßvereinskomitees
1928-1936 Rechnungsreferent des Bischöflichen Ordinariates
1937 pensioniert
Matthias Hufnagl erblickte das Licht der Welt am 17. September 1867 in Roßbach. Sein
Vater Andreas war Bauer. Die theologischen Studien absolvierte Hufnagl in Linz mit sehr
gutem Erfolg.
1896 legte er die Pfarrkonkursprüfung ab. Als Pfarrer von Kopfing führte er 1904/05 den
Neubau der Pfarrkirche durch und wurde hierfür zum Ehrenbürger der Gemeinde ernannt.
Hier war er auch Buch- und Kassenführer des von ihm mitbegründeten
Vorschußkassenvereines, Ortsschulinspektor der Volksschule und Mitglied des
Bezirksschulrates Schärding. 1905 bewarb sich Hufnagl um die Pfarre Hörsching, die
jedoch anderweitig vergeben wurde. 1909 suchte er um die Pfarren Andorf und
Wels-Vorstadtpfarre, 1910 um Pabneukirchen an, doch erst die Bewerbung um die Stadtpfarre
Urfahr vom 15. Juli 1910 führte zum Erfolg. Hufnagl begründete seine Bitte auch damit,
daß er aufgrund seiner Erfahrungen in Kopfing in der Lage sei, "auch den Bau einer
neuen Pfarrkirche in Urfahr in Angriff zu nehmen".
Als Stadtpfarrer von Urfahr erwarb Hufnagl Baugründe in Heilham, zu einem Kirchenbau kam
es jedoch während seiner Amtszeit noch nicht. 1914 erfolgte eine Vergrößerung des
Friedhofs. 1917 mußten die Glocken der Kirche zu Kriegszwecken abgeliefert werden. 1920
wurden zwei und 1926 fünf neue Glocken angeschafft. Als einer der ersten in der Diözese
gründete Hufnagl 1917 ein Pfarrblatt ("Pfarramtliche Nachrichten").
Nachdem Hufnagl 1928 Rechnungsreferent des Bischöflichen Ordinariates geworden war,
resignierte er mit 15. November 1928 auf die Stadtpfarre Urfahr. Der Bischof dankte ihm
aus diesem Anlaß für seine "eifrige, umsichtige und opferwillige Wirksamkeit in
Urfahr", vor allem aber "für die vielen Arbeiten und Bemühungen auf sozialem
und karitativem Gebiete sowie für die zielbewußte und energische Förderung des neuen
Kirchenbauvereines". 1929 wurde Hufnagl als "Vorstand der bischöflichen
Rechnungskanzlei" und wegen seiner "Verdienste um das Schul- und
Fürsorgewesen" das "Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik
Österreich" verliehen, am 29. September 1930 wurde er zum Ehrenkanonikus ernannt,
die Verleihung der Insignien erfolgte am 26. Oktober d.J.
Wegen eines schweren Herzleidens suchte Hufnagl 1936 um Pensionierung an, der Bischof
ließ ihn nur "mit größtem Bedauern" aus seinem Amt als Rechnungsreferent
scheiden. Mit 1. Jänner 1937 trat Hufnagl in den dauernden Ruhestand.
Seit 1924 hatte Hufnagl auch dem Komitee des Preßvereins der Diözese Linz angehört,
seit 1929 war er dessen Obmann.
Zeitlebens war Hufnagl gern gereist. So weilte er 1902 in Maria Einsiedeln (Schweiz), 1906
reiste er nach Deutschland, 1911 nach Lourdes, 1914 nach Rom und 1927 in die Schweiz und
nach Frankreich. Seine letzte Reise führte ihn in das Priestererholungsheim Ika bei
Abbazia, wo er sich zunächst gut erholte, dann aber am 27. April 1937 unerwartet an einer
schweren Herzmuskelentzündung starb.
Auszeichnungen:
Geistlicher Rat (28. 10. 1911); Konsistorialrat (24. 1. 1923); Ehrenkanonikus
(29. 9. 1930); Ehrenbürger von Kopfing; Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste
um die Republik Österreich (1929); Ehrenmitglied vieler Vereine.
QUELLE:
Die Linzer Ehrendomherren, in: Neues Archiv
für die Geschichte der Diözese Linz 6 (1989/1990) (mit weiterführenden
Literaturangaben)
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