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Sigismund Ernst Graf von Hohenwart
(1745-1825)
Bischof von Linz
Ferdinand Josef Georg Sigismund Graf von Hohenwart wurde am 7. Juni
1745 in Cilli (Untersteiermark) als Sproß einer alten Krainer Adelsfamilie geboren. Sein
Vater Georg Sigismund Hohenwart war Gutsbesitzer und Assessor des Herzogtums Krain und mit
Maria Aloisia Killau Edle von Ehrenstein verheiratet. Die später übliche Benennung
"Sigismund Ernst" verband wohl den Ruf- und den Profeßnamen. Hohenwart besuchte
das Gymnasium in Laibach und trat 1763 als Novize in das regulierte adelige
Augustinerchorherrenstift zu Gurk ein. Nach der Profeß (1764) studierte er 1764-1768 an
der von Jesuiten geleiteten Universität Graz Theologie (1767 Bacc. theol.), wo er 1768
mit dem Erwerb des akademischen Grades eines Lic. theol. die Voraussetzung zur
theologischen Promotion erwarb, die jedoch tatsächlich nie erfolgte.
Am 24. Juni 1768 in Görz zum Priester geweiht, fungierte Hohenwart
seitdem als Novizenmeister, Konsistorialrat und Domkustos, seit 1785 als Dekan des Gurker
Domstiftes. Nach der Verlegung des Bischofssitzes von Gurk nach Klagenfurt und der
Säkularisation des Domstiftes wurde Hohenwart 1787 Generalvikar von Fürstbischof Franz
X. Salm-Reifferscheidt und Präses des Gurker Konsistoriums in Klagenfurt. Damals
beschäftigte er sich eifrig mit naturwissenschaftlichen Studien und legte eine wertvolle
Sammlung von Pflanzen, Insekten und Vögeln an. Diese ging später an das Joanneum in
Graz, das Herbarium dagegen an das Stift St. Florian. 1799 nahm Hohenwart in Begleitung
von Salm an der Erstbesteigung des Großglockners teil, bei der allerdings nur der
Kleinglockner erreicht wurde. Er bestieg den Berg, wo eine Höhe nach ihm den Namen
"Die Hohenwarte" erhielt, später noch fünfmal. Hohenwart veröffentlichte
mehrere botanische Studien. Sein Name lebt auch auf diesem Gebiet in zwei botanischen
Bezeichnungen weiter ("Hohenwarthia" aus der Familie der Coryophyllaceae
Silaneae; "Saxifragia Hohenwarthii"). Hohenwart war Mitglied mehrerer
naturforschender Vereinigungen und Direktor der Kärntner Ackerbaugesellschaft. Aus
Anhänglichkeit an das Kronland lehnte er wiederholt ehrenvolle Berufungen nach auswärts
ab (Weihbischof in Laibach, Bischof von Görz bzw. Triest, Oberdirektor der kaiserlichen
Mineralien- und Kunstkabinette).
Nach seiner Auszeichnung mit dem "Leopoldsorden mit dem
Ritterkreuz" (1808) konnte Hohenwart die kaiserliche Nomination zum Bischof von Linz
(13. Jänner 1809) nicht mehr gut ausschlagen. 1810 siedelte er zunächst nach Gleink
(bischöfl. Dotationsgut), dann nach Linz über. Da die kanonische Institution wegen der
Gefangennahme Pius VII. zunächst nicht möglich war, übernahm er zu Ostern 1811
mit kaiserlicher Genehmigung das Amt eines domkapitelschen Generalvikars. Als solcher
leitete er die Diözese, mußte jedoch für Weihehandlungen die Hilfe benachbarter
Bischöfe erbitten. Nachdem das Innviertel und ein Teil des Hausruckviertels 1809 an
Bayern gefallen war, kehrten diese Gebiete auf Grund der Rückgliederung an Österreich
(1814-1815) 1816 in den Zuständigkeitsbereich von Hohenwart zurück.
Hohenwart wurde erst am 17. Dezember 1814 nach der Rückkehr Papst Pius
VII. nach Rom als Bischof bestätigt. Am 7. Mai 1815 wurde er in Wien durch Erzbischof
Sigismund Anton v. Hohenwart konsekriert. Die Inthronisation folgte am 15. Mai.
Hohenwart visitierte seit 1815 jährlich zwei bis drei Dekanate seines
Bistums und besuchte so im Verlauf seiner Amtszeit alle 400 Gemeinden. Dabei hat er sich
um die allgemeine Seelsorge, aber auch um die Hebung des Volksschulunterrichtes bemüht
und sich insgesamt anstandslos in das josephinische System staatlicher Kirchenhoheit
eingefügt. Größere Leistungen blieben ihm versagt, zumal sein Sprengel in den
Umbruchszeiten der napoleonischen Kriege viel gelitten hatte. Besondere Aufmerksamkeit
widmete Hohenwart den in der Diözese Linz wie auch in anderen Sprengeln (Augsburg,
Leitmeritz) aufkommenden Erweckungsbewegungen, die im Österreich der Restaurationszeit
als anstößig empfunden wurden. Führende Persönlichkeiten waren der in Braunau/Inn,
später in Ampflwang tätige Kaplan Thomas Pöschl, der 1817 in Wien interniert wurde,
ferner Pfarrer Martin Boos von Gallneukirchen, der 1816 Österreich verlassen mußte.
Hohenwart und sein Nachfolger Ziegler konnten nicht verhindern, daß die Anhänger von
Boos sich dem Protestantismus zuwandten und später zu ihm übertraten.
Hohenwart starb am 22. April 1825 in Linz und wurde im
Alten Dom beigesetzt.
Schriften: J. Reiner S. v. Hohenwart
(Bd.2: S. v. Hohenwart L.Ch. v. Vest), Botanische Reisen
nach einigen Oberkärntnerischen und benachbarten Alpen, 2
Bde. (Klagenfurt 1792/1812).
Literatur: P.A. Budik, in: Carinthia 43 (1853), 297-299.
M. Hiptmair. J. Obersteiner, in: Carinthia
I/154 (1964), 253f. E. Hosp, Kirche Österreichs im
Vormärz. K. Rehberger, Sigismund Ernst Graf von Hohenwart,
in: Zinnhobler, Bischöfe von Linz, 58-89.
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