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Rudolph Hittmair (1859 1915)
Bischof von Linz
Der am Vorabend des 1. Mai 1909 noch im Alten Dom als ernannter Bischof
begrüßte Rudolph Hittmair (geb. 1859) wurde als 1. Diözesanbischof im Neuen Dom
geweiht.Als Pastoralprofessor hatte er zuletzt auch die Leitung des Priesterseminars inne.
Seine ersten Priesterweihen erteilte er bewußt in der Studentenkapelle des Kollegium
Petrinum, das er strikt auf die Funktion eines Diözesanseminars ausrichtete.
Mit großem Enthusiasmus betrieb Hittmair den Dombau, den er bis 1914
fertigzustellen hoffte. Mit Erfolg warb er um Spenden für die Gemäldefensterausstattung
des künftigen Domes. Das Programm Kirche in Oberösterreich und Dombau war
ihm ein persönliches Anliegen.
Der ehemalige Domprediger und begabte Redner vermochte seine Zuhörer
überaus zu fesseln, wie dies auch der damalige Petrinerstudent Karl Füglister noch
Jahrzehnte später in lebhafter Erinnerung behalten hatte.
Aufgrund seiner pastoralen Ausrichtung förderte er insbesondere
caritative und religiöse Einrichtungen, u. a. erweiterte er das
Blinden-Erziehungsinstitut um Beschäftigungs- und Versorgungseinrichtungen.
So wie im persönlichen Umgang zwischen liebenswürdiger Aufmerksamkeit
und schroffer Ablehnung schwankend, so zeigten sich auch "Brüche" in der
Handhabung seiner Amtsgeschäfte. Der hochtalentierte und gebildete Bischof förderte etwa
keinesfalls "akademische" Laufbahnen seiner Diözesanpriester, auch nicht die
"Kirchengeschichte", in der er sich selbst als Forscher auswies.
Selbst das Priester- und das Knabenseminar stellte er für den Fall
einer Mobilisierung der kaiserlichen Armee zur Verfügung; diese Anstalten wurden im 1.
Weltkrieg auch als Lazarette verwendet und die Studenten in Ersatzquartiere ausgesiedelt.
Hittmair selbst stellte sich 1914 sehr intensiv in den Dienst der
Krankenpflege bei den Barmherzigen Brüdern und überließ sonst autoritär denkend
die Amtsgeschäfte weitgehend Balthasar Scherndl, den er mit 1. August 1914 zum
Generalvikar bestellte (Dieses Amt war seit 1802 im Bistum Linz nur fallweise reaktiviert
worden, im CIC 1917 jedoch allgemein vorgeschrieben).
Der Bischof, der an Bazillophobie litt und Begräbnisse mied, ging
schließlich als Seelsorger zu den an Flecktyphus erkrankten Serben in Mauthausen. Das
wurde mit Sorge zur Kenntnis genommen. Dort infizierte er sich und starb, durch die
nächtlichen Krankendienste physisch verbraucht, wenige Tage darauf. Aus
sanitätspolizeilichen Gründen wurde er noch am Todestag (5. März 1915) bestattet. Laut
testamentarischer Verfügung hatte er seine persönlichen Aufzeichnungen vernichten
lassen.
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