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Heinrich Josef Hirscher (*1920)
Ehrendomherr von Linz
* 9. 11. 1920 St. Florian b. Linz
Bischöfliches Gymnasium (Kollegium Petrinum) in Linz 1931-1938
Staatsgymnasium in Linz 1938/39
Theologiestudium in Linz und Wilhering 1939-1944
Priesterweihe am 17. 10. 1943, Steyr-Stadtpfarrkirche
1944-1948 Kooperator in Linz-Stadtpfarre Urfahr und Kaplan von Auberg
1948-1957 Kooperator in Wels-Vorstadtpfarre, seit 1949 Kaplan in Wels-Pernau 1951-1952
Provisor in Wels-Vorstadtpfarre
1957-1960 Domvikar in Linz-Dompfarre
1959-1962 Mitglied des Diözesan-Liturgierates
1960-1999 Pfarrer in Wels-Stadtpfarre
1962-1977 Dechant des Dekanates Wels
1962-2000 Geistlicher Beirat der Mesnergemeinschaft der Diözese Linz
1963-1980 Kämmerer des Kreisdekanates Mühlviertel
1964-1980 Dechant des Kreisdekanates Traunviertel
1966-1968 Provisor in Holzhausen
1976-2000 Stellvertretender geistlicher Assistent der gesamtösterreichischen
Mesnergemeinschaft
Seit 1.1.2000 Pfarrer i.R., wohnhaft in Wels.
Heinrich Hirscher wurde am 9. November 1920 im Markt St. Florian b. Linz
geboren. Sein Vater, Heinrich Hirscher (*
19. 2. 1886 St. Florian b. Linz, + 25. 2. 1972 Wels), war
Kaufmann und mit Zäzilia, geb. Krammer (*
21. 4. 1889 Rems/NÖ., + 19. 12. 1921 in St. Florian
b. Linz), in erster Ehe verheiratet.
Da die Mutter bereits 1921 starb, kam Heinrich zu Zieheltern (Franz und Rosa Kletzmayr,
geb. Krammer) nach Garsten b. Steyr. Dort besuchte er auch fünf Klassen Volksschule
(1926-1931), anschließend kam er in das bischöfliche Gymnasium Kollegium Petrinum. Da
die Anstalt mit Ende des Schuljahres 1937/38 infolge der Aufhebungsverfügung der
NS-Machthaber geschlossen wurde, fand Hirscher schließlich im Staatsgymnasium in Linz
Aufnahme und maturierte dort 1939.
Am 15. Februar 1939 bat Hirscher um Aufnahme in das Linzer Priesterseminar, die ihm
Bischof Gföllner umgehend gewährte (17. Februar). Seine Studien an der
Philosophisch-theologischen Diözesanlehranstalt in Linz begann er am 19. März 1939 im
Linzer Priesterseminar. Da auch diese diözesane Bildungsstätte 1939 militärischen
Einrichtungen weichen mußte, fand sie zunächst im Stift Wilhering Aufnahme.
Hirscher mußte die Studien aufgrund der Einberufung zum Reichsarbeitsdienst
(Moosham/Lungau) sowie zum Militärdienst im Oktober 1940 (Wels, Herminenhof)
unterbrechen. Aufgrund der Musterung im Jänner 1941 wurde er schließlich für den
Militärdienst als untauglich erklärt. Bischof und Regens freuten sich, daß das
Priesterseminar zumindest mit einigen Theologen (8) weitergeführt werden konnte.
Nach ständigen behindernden Einschränkungen mußte der Seminar- bzw. Lehrbetrieb 1944
abermals verlegt und in das Kloster der Oblatinnen in Urfahr (Kapellenstraße 8)
transferiert werden. Aber Heinrich Hirscher konnte noch in Wilhering die Studien
abschließen und erhielt am 6. April 1944 das Absolutorium.
Schon im Herbst 1943, am 17. Oktober, erteilte ihm Kapitelvikar Dr. Josephus Calasanz
Fließer die Priesterweihe in der Stadtpfarrkirche Steyr; in diesem Jahr gedachte man des
500. Jahrestages der Errichtung des gotischen Kirchenbaus. Anläßlich der Priesterweihe
hatte Hermann Kronsteiner das Chorwerk "Iam non dicam" komponiert und Heinrich
Hirscher zugeeignet. Die Primiz wurde am darauffolgenden Sonntag (24. Okt.) in der
Pfarrkirche in Garsten gehalten (Nachprimiz in St. Florian am 31. Okt.); der Zeitumstände
wegen fand keine außerkirchliche Feier statt.
Domkapellmeister Joseph Kronsteiner - er hatte ihm zur Diakonatsweihe "Das Lied des
Diakons" und zur Primiz das Proprium "Salus populi" (17. Sonntag nach
Pfingsten) gewidmet - hielt die Primizpredigt.
Den ersten Seelsorgeposten hatte Hirscher als Kooperator in der Stadtpfarre Urfahr
anzutreten, zugleich wurde er als Kaplan in Auberg admittiert (15. April 1944).
Mit 15. August 1948 kam er als Kooperator an die Vorstadtpfarre Wels, vom 15. Mai des
folgenden Jahres bis Ende 1956, abgesehen von der Ausübung der Provisur der
Vorstadtpfarre Wels (11. November 1951 - 31. Jänner 1952), war er Kaplan von Wels-Pernau.
In dieser Zeit war ihm auch die Landjugendseelsorge im Dekanat Wels übertragen.
Seit Jahresbeginn 1957 wirkte Hirscher als Domvikar an der Bischofskirche in Linz. In
diese Zeit fiel auch seine Ernennung (auf drei Jahre) zum Mitglied des
Diözesanliturgierates (16. Feber 1959).
Als die Welser Stadtpfarre durch den Tod des langjährigen Pfarrers und Dechants
Felix Königseder (+ 30. März 1960; Stadtpfarrer
seit 1943) vakant wurde, bewarb sich Hirscher darum. Bischof Zauner verlieh
ihm die Pfarre auf Vorschlag des Kapitels mit 15. Juni 1960. Sein bisheriger
Vorgesetzter in der Dompfarre, Kanonikus Josef Ledl, installierte ihn in
Wels am Sonntag, dem 10. Juli d.J. Die Welser bereiteten Hirscher, der ihnen
kein Unbekannter war, einen festlichen Empfang, auch nahmen mehr als 70
Priester am Festzug teil.
In rascher Folge wurden dem neuen Stadtpfarrer überpfarrliche Agenden übertragen.
Bereits mit 1. Jänner 1962 erfolgte seine Ernennung zum Dechant des Dekanates Wels (bis
1977), im Jahr darauf wurde ihm das Amt eines Kreiskämmerers für das Mühlviertel (per
1. April 1963) übertragen, und mit 1. Jänner 1964 bestellte ihn der Bischof zum
Kreisdechant für das Traunviertel; diese Agenden führte er bis zum 1. Mai 1980.
Eine seiner ersten wichtigen Aufgaben war die Abstimmung der Neuaufteilung der Welser
Pfarrgrenzen.
Mit 1. Jänner 1968 wurde das Pfarrbenefizium der Vorstadt in die Pernau verlegt (heute:
Wels-St. Josef); vorausgegangen waren die Errichtung der Familienpfarre (1956) und der
Pfarre St. Stephan/Lichtenegg (1960 bzw. 1961). Die alte Vorstadtpfarrkirche (heute:
Marienkirche) fiel der Stadtpfarre als Rektoratskirche zu.
Pfarrer Hirscher, um eine würdige und anspruchsvolle Liturgie bemüht, hatte auch
wesentlichen Anteil an der gelungenen Renovierung der drei Innenstadtkirchen.
1962 bis Juli 2000 übte Heinrich Hirscher die Funktion eines geistlichen Beirates der
Mesnergemeinschaft der Diözese Linz aus und war von 1976 bis 2000 stellvertretender
geistlicher Assistent der gesamtösterreichischen Mesnergemeinschaft.
Am 29. April 1980 ernannte Diözesanbischof Maximilian Aichern Hirscher in Würdigung
seines priesterlichen Wirkens als Stadtpfarrer und Dechant zum Ehrenkanonikus. Wie sehr
sich dieser der Seelsorge verbunden fühlt, bestätigt sein Ausspruch über seine
besonderen Interessen: "Sacerdos simplex - est satis".
Mit 1.Jänner 2000 wurde Pfarrer Heinrich Hirscher in den dauernden Ruhestand übernommen.
Auszeichnungen:
Bischöflicher Geistlicher Rat (1961); Bischöflicher Konsistorialrat
(1970); Ehrenkanonikus (1980); Verdienstmedaille der Stadt Wels in Gold
(1990).QUELLE:
Die Linzer Ehrendomherren, in: Neues Archiv
für die Geschichte der Diözese Linz 6 (1989/1990) (mit weiterführenden
Literaturangaben)
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