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Hörmandinger Josef (geb. 1923)

 

Bischofsvikar für Orden, Säkularinstitute uns Apostolische Gemeinschaften
(1992-2003)

Mit der Einführung des Amtes der Bischofsvikare in der Diözese Linz mit Wirkung vom Ostersonntag 1992 (19. April) wurden Josef Hörmandinger die damit zusammenhängenden Aufgaben für Orden, Kongregationen, Säkularinstitute und Apostolische Gemeinschaften übertragen. De facto hatte er jedoch als bischöflich bestellter Referent schon seit 15. September 1988 in diesem Bereich gewirkt. Zusätzlich hatte er von 1959 bis 1998 als bischöflicher Kommissär für die Oblatinnen des hl. Franz von Salesähnliche Aufgaben für eine einzelne Ordensgemeinschaft wahrgenommen.
Mit der Einführung von Bischofsvikaren für die Orden hörte das Amt der Kommissäre für einzelne Ordensgemeinschaften sukzessive zu bestehen auf.

Josef Hörmandinger wurde am 10. Mai 1923 in Taiskirchengeboren und entstammt einer kinderreichen Familie; er hatte fünf Geschwister, von denen noch zwei leben. Der Vater Johann Hörmandinger (1887–1969) war Ölmüller, die Mutter Maria, geborene Hörmanseder(1887–1968), besorgte den Haushalt. Die Volksschule besuchte Hörmandinger zuerst in Taiskirchen, dann in Riedi. I., wohin seine Eltern 1930 übersiedelt waren. Hier ging er auch zur Hauptschule, dann trat er 1937 in das Juvenat der Schulbrüder in Wien-Strebersdorf ein und besuchte die Privat-Lehrerakademie, die jedoch von den nationalsozialistischen Behörden schon 1938 aufgehoben wurde. 1938/39 setzte Hörmandinger das Juvenat in Kirnach-Villingen im Schwarzwaldmit dem Besuch der Privat-Oberschule für Jungen fort, 1939 wurde aber auch diese Schule beschlagnahmt. Hierauf besuchte Hörmandinger von 1939 bis 1942 die Oberschule für Jungen in Ried i. I., wo er 1942 die „Kriegsmatura“ ablegte. Dann wurde er zum Wehrdienst einberufen. Es folgte 1942/43 die Infanterie- bzw. Reserveoffiziersausbildung (Braunau a. I., Krumau a.d. Moldau, Linz-Auhofund Agram). Während eines Osterurlaubs 1943 in Ried i. I. trat Hörmandinger in das Priesterseminar ein, was nichts daran änderte, dass er an die russische Front (so genannter Mittelabschnitt) beordert wurde. Am 16. Oktober 1943 geriet er in Gefangenschaft. Im Lager Morschansk erkrankte Hörmandinger zweimal an Ruhr. Am 13. November 1945 wurde er entlassen, gelangte aber – nach einem mühsamen Rückweg – erst am 9. Jänner 1946 wieder in seine Heimat.

Mit dem Sommersemester1946 begann Hörmandinger sein Theologiestudium in Linz, das er 1950 abschloss. Die Priesterweihe wurde ihm bereits am 29. Juni 1949 erteilt.
Nach kurzer Tätigkeit als Kooperator in Pischelsdorf (1950/51) kam Hörmandinger als Vicarius substitutus nach Niederneukirchen(1951) und hierauf als Benefiziat nach Bad Ischl(15. März - 1. September 1951). Schon mit Herbst 1951 wurde er aber zum Präfekten am bischöflichen Knabenseminar Kollegium Petrinumbestellt, wo er 1951–1955 auch den „Freigegenstand Russisch“ lehrte. Zusätzlich zu den damit verbundenen Aufgaben unterrichtete er Religion an mehreren Schulen und verfasste seine Dissertation zum Thema „Die Lehre Jesu über die Hölle bei den Synoptikern“. Am 9. Juli 1957 wurde er an der Theologischen Fakultätder Universität Graz zum Doktor der Theologie promoviert. Mit Beendigung seiner Präfektentätigkeit 1959 übernahm Hörmandinger den Religionsunterricht an den Linzer Bundesrealgymnasien in der Fadinger- bzw. in der Körnerstraße, hielt aber auch Religionsstunden am bischöflichen Gymnasium Kollegium Petrinum, wo er von 1963 bis 1969 auch den philosophischen Einführungsunterricht erteilte. 1963 erfolgte Hörmandingers Pragmatisierung als Professor für r.k. Religion am Gymnasium in Linz-Körnerstraße, wo er bis zu seiner Pensionierung (1988) wirkte.

Vom 1. September 1977 bis 31. August 1988 fungierte Hörmandinger auch als Fachinspektor für r.k. Religion an Allgemeinbildenden höheren Schulen (Gymnasien). Außerdem war er geistlicher Assistent für die Studierende Jugend / Mädchen (1959–1969) und Leiter der Arbeitsgemeinschaft für r.k. Religionslehrer an Gymnasien (1964–1977). Die Agenden Hörmandingers im Dienste der Orden wurden einleitend bereits angeführt. Mit seiner Ernennung zum Bischofsvikar wurde er auch zum Firmspender bestellt (1992–2003).

Mit 7. Oktober 1998 übernahm Josef Hörmandinger die Aufgaben eines Spirituals der Barmherzigen Schwesternin Linz, die er noch heute ausübt. Dagegen wurde er mit 1. September 2003 vom Amt des Bischofsvikars für die Orden entpflichtet.

 Auszeichnungen:
Geistlicher Rat (1964); Konsistorialrat (1970); Oberstudienrat (1976); Monsignore (1982); Hofrat (1984); Päpstlicher Ehrenprälat (1992); Silberne Ehrennadel der Gemeinde Hartkirchen(1998); Silbernes Ehrenzeichen des Landes Oberösterreich (1999); Ehrenring der Gemeinde Hartkirchen (2002).

 Literatur:
F. Kaindl (Hg.), Ad multos annos. Zum 80. Geburtstag von Bischofsvikar Prälat Hofrat Dr. Josef Hörmandinger (Mitt. aus dem Pfarrarchiv Hartkirchen Bd. 2), Hartkirchen 2003.

 

Veröffentlichungen:
Religiöses Leben in Linz im Wandel der Jahrhunderte, in: Jb. Koll. Petrinum 57 (1960/61), 3-27.
Der Priesternachwuchs aus der Diözese Linz von 1946 bis 1966, in: Jb. Koll.Petr. 62 (1965/66), 73-84.
70 Jahre Kollegium Petrinum - Eine Bilanz, in: Jb. Koll. Petr. 63 (1966/67), 65-83.
Hartkirchen - Hilkering - Pupping (Kleiner Kirchenführer mit kurzgefasster Geschichte über die Pfarre Hartkirchen), Hartkirchen 
11974; 21998.
Der 19. Mai 1626 in der Pfarre Hartkirchen – Zur Geschichte eines Gedächtnisbildes, in: Jb. Realgym. Körnerstraße 87 (1975/76), 6 - 14.

Gedanken zu Schule und Religionsunterricht in: Jb. Realgym. Körnerstraße 92 (1980/81), 7-16.

Erinnerungen an die Zeit des NS-Regimes und des 2. Weltkriegs, in: NAGDL 4 (1985/86), 162-166.
Die Situation des Religionsunterrichtes an Gymnasien von 1962/63 bis 1986/87. Eine Unter­suchung über die Teilnahme am röm.-kath. Religionsunterricht aus dem Inspektionsbereich für Allgemeinbildende höhere Schulen und Bildungsanstalten in Oberösterreich, in: NAGDL 7 (1991/92), 97-112.
Die Orden, Kongregationen und Säkularinstitute im Bistum Linz seit 1938, in: NAGDL 9 (1995/96), 71-148.
Orts- und Pfarrgeschichte [von Hartkirchen], in: Franz Kaindl (Bearb.), Hartkirchen – Die Schaunberggemeinde, Hartkirchen [1997], 16 - 79.
Die Pfarrer von Hartkirchen in Oberösterreich vom Mittelalter bis zur Gegenwart (NAGDL 5. Beiheft), Linz 1998. (Es handelt sich um eine korrigierte und ergänzte Zusammenfassung der Einzelbeiträge in: NAGDL 7, 8, 11, 12).
Zur Lage der „Institute des geweihten Lebens“ in der Diözese Linz von 1994 bis 1998, in: NAGDL 12 (1998/99), 222-240.
Ein Bischof im Dienste der Menschen - Erzbischof Dr. Alois Wagner (1924-2002), in: Jan Mikrut (Hg.), Faszinierende Gestalten der Kirche Österreichs 11, Wien 2003, 351-380.

Schriftleitung:
Mitteilungen des Österreichischen Priestervereines 19 (1977) - 46 (2003).

Rudolf Zinnhobler,

Quelle:
 M. Würthinger-J. Hörmandinger, Orden, Säkularinstitute und geistliche Gemeinschaften in der Diözese Linz (Neues Archiv für die Geschichte der Diözese Linz 17), Linz 2005.

 
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