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Franz Maria Doppelbauer (1845 - 1908)
Bischof von Linz
Franz Doppelbauer (geb. 1845) war der erste Oberösterreicher auf dem
Linzer Bischofsstuhl. Der von F. J. Rudigier geförderte provisorische Leiter der
Konsistorialkanzlei hätte ihm bereits 1884 im Amte nachfolgen sollen. Dieser erklärte
Wunsch Rudigiers wurde aber zunächst aus Rücksicht auf die politischen Verhältnisse
nicht erfüllt, doch vier Jahre später nominierte Kaiser Franz Joseph den inzwischen zum
Rektor der Anima bestellten Diözesanpriester nach dem frühen Tod Ernest Maria Müllers
zum Bischof von Linz.
Der politisch konservativ ausgerichtete Bischof Doppelbauer war über
seinen Treueeid hinaus der Habsburgerdynastie persönlich sehr verbunden. Vielleicht hatte
dazu auch beigetragen, daß er als Gymnasiast ein kaiserliches Stipendium erhalten hatte.
Zweimal konnte er Franz Joseph in seiner Bischofsstadt begrüßen, 1895 zeigte er dem
Kaiser den Baufortschritt des Neuen Domes, 1903 seine Lieblingsgründung, das Kollegium
Petrinum.
Die betonte Ausrichtung auf den Papst dokumentieren seine 14 Romfahrten
und seine hohen Beiträge für den "Peterspfennig".
Mit dem geradezu strategischen Ausbau der kirchlichen
Bildungseinrichtungen erschloß Doppelbauer der Diözese Personalressourcen für das
(damals begonnene) 20. Jahrhundert. (Für das Gymnasium am Kollegium Petrinum
erreichte er 1903 das Öffentlichkeitsrecht, 1908 das für die
Privat-Lehrerbildungsanstalt in Linz; Ausbau des Priesterseminars 1899/1900).
Die katholische Pressearbeit förderte er personell und in baulicher
Hinsicht (neues Preßvereinshaus 1903). Da er auch persönlich am Studium der Dokumente
zur Bistumsgeschichte interessiert war, förderte er die Sicherung des kirchlichen
Archivwesens (Diözesanarchiv 1902).
Die Rolle eines Bauherrn hatte er beim Dombau in einer schwierigen
Phase zu übernehmen. Während seiner Amtszeit wurde gut ein Jahrzehnt ausschließlich am
Ausbau des rund 134 m hohen Domturms gearbeitet (Fertigstellung 1901). Zur Motivation und
Förderung des Bauanliegens erschien ab 1894 die Dombauzeitschrift "Ave Maria".
Er selbst war insbesondere ab 1893 bestrebt, die bischöflichen Funktionen (z. B.
Priesterweihen) in den Hochchor des Neuen Domes zu verlegen, die Übertragung der
Kathedralfunktion (1909) erlebte er nicht mehr. Am 2. Dezember 1908 verstarb der
63jährige Bischof an einer Blutvergiftung.
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