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Alois Dobretsberger (1904-1984)
Ehrendomherr der Diözese Linz
* 28. 12. 1904 Linz-St. Matthias
+ 20. 1. 1984 Grieskirchen
Gymnasium in Seitenstetten
Theologiestudium in Wien 1924/25, Linz 1925-1929
Priesterweihe am 29. 6. 1928, Linz
1929-1933 Kooperator in Andorf
1933-1935 Kooperator in Grieskirchen
1935-1938 Kooperator in Steyr/Stadtpfarre
1938-1946 Kooperator in Wels/Stadtpfarre
1941-1946 expon. Lokalkaplan an der Kaplanei Wels/Vogelweide und Kirchenrek- tor der
Kalvarienbergkirche Wels
1943 Pfarrvikar in Wels mit den Rechten eines Provisors
1946-1984 Stadtpfarrer in Grieskirchen
1958-1959 Dekanatsadministrator des Dekanates Kallham
1959-1981 Dechant des Dekanates Kallham
1968 Pfarrprovisor von St. Georgen bei Grieskirchen
1976-1977 Pfarrprovisor von Pollham
Alois Dobretsbergers Eltern (Vater Alois * 26. 4. 1869 Linz; Mutter Maria Theresia, geb. Ehrentraut,
* 3. 8. 1885 Linz-Lustenau;
verehel. 31. 7. 1904 Linz-St. Josef) führten in Linz ein Textilkaufhaus.
Dobretsberger veröffentlichte in seiner Zeit als Kooperator in Andorf, Grieskirchen und
Steyr regelmäßig im "Vereinsblatt für das Seraphische Liebeswerk für arme
Kinder" Beiträge in Form von belehrenden Erzählungen. Auch als er schließlich im
August 1935 am österreichischen Pilgerzug ins Heilige Land teilnahm, berichtete er
darüber ausführlich im Vereinsblatt (32.-34. Jahrgang).
Alois Dobretsberger galt Zeit seines Lebens als glänzender Redner, und seine
Lichtbildervorträge wurden stets gerne besucht.
Dobretsberger wirkte in der schwierigen Zeit des Nationalsozialismus in der Welser
Stadtpfarre als Kaplan. Gerade in Wels gab es eine große Gruppe von Seelsorgern - vor
allem die Kapläne der drei Welser Pfarren - und Laien, die "ein richtiges Bollwerk
gegen die feindliche Regierung" aufbauen konnten. So nützten auch die Kapläne der
Stadtpfarre, Alois Dobretsberger und Ferdinand Hochedlinger, jede Gelegenheit, um im
Verborgenen gerade an der Jugend entsprechende Seelsorgearbeit zu leisten. Daß die
Gestapo den Klerus sehr genau beobachtete, zeigen Notizen der Gestapo über den Welser
Klerus, die u.a. Dobretsberger folgend beschreiben: "Dobretsberger, Kaplan in der
Stadtpfarre: ein großer Rhetoriker. Trotz eifriger Bekenntnisse in seinen Predigten
konnte er aber nicht gefaßt werden. Ein gefährlicher Pfaffe, kann wieder so unschuldig
tun".
Als am 29. Oktober 1941 die Kaplanei Vogelweide gegründet wurde, wurde Alois
Dobretsberger zum Kirchenrektor der Kalvarienbergkirche ernannt.
Zur seelsorglichen Betreuung der Soldaten wurden in Oberösterreich neun
"Standortpfarrer im Nebenamt" ernannt; Alois Dobretsberger war dies für Wels.
Er war damit zuständig für Gottesdienste, Soldatenbesuche, Sakramentenspendung und
Trauungen für die Soldaten in Wels und Umgebung. Die Arbeit des Standortpfarrers wurde
vom Regime zwar geduldet, aber in keiner Weise unterstützt.
Alois Dobretsberger wirkte insgesamt 40 Jahre als Seelsorger in Grieskirchen. Sein
wichtigstes seelsorgliches Anliegen war es, in der Aufbruchszeit nach dem 2. Vatikanum in
der Zusammenarbeit zwischen Priestern und Laien getreu seinem Wahlspruch "Einigkeit
in Liebe" das richtige Maß an Tradition und Progressivität zu finden. Dabei kamen
ihm sein hervorragendes Predigertalent und sein humorvolles Wesen zugute.
Im Wirken für Pfarre und Stadt Grieskirchen setzte Dobretsberger viele Akzente. So fallen
in seine Ära als Stadtpfarrer u.a. eine Innenrenovierung der Pfarrkirche (1959), die
Erneuerung sämtlicher Kirchenfenster (1967), der Bau des Pfarrheimes (1962), die
Außenrenovierung (1972-1975) und der Einbau der Heizung (1973) bei der Pfarrkirche, die
Friedhofserweiterung (1969), die Renovierung der Friedhofskapelle und der Filialkirche
Wödling (1983) sowie der Bau des Schlüßlberger Caritas-Kindergartens (1961).
Ebenso ist der große Aufschwung des Grieskirchner Krankenhauses untrennbar mit dem Namen
Dobretsberger verbunden. Er war es, der 1951 die Übergabe des Spitals an den Orden der
Vöcklabrucker Schulschwestern in die Wege leitete. Die Krankenhausseelsorge gehörte zu
seinen wichtigsten Aufgaben. Aber auch für die Anliegen der Öffentlichkeit hatte
Dobretsberger stets ein offenes Herz. So stellte die Pfarre wiederholt der Stadt
Baugründe für die Errichtung von Wohnanlagen, Industrieanlagen und öffentlichen
Gebäuden - u.a. für das Bezirksaltenheim - zur Verfügung.
Die Stadt anerkannte seine Verdienste 1968 mit dem Ehrenring. Kirchlicherseits wurde
Dobretsberger anläßlich der 900-Jahr-Feier der Pfarre Grieskirchen 1975 mit der
Ernennung zum Ehrenkanonikus gewürdigt.
Alois Dobretsberger erlag am 20. Jänner 1984 im Krankenhaus Grieskirchen einer
Herzattacke, nachdem er noch am Vortag bei der Dechantenkonferenz inmitten seiner
Mitbrüder wie immer fröhlich und heiter war. Trotz seiner Altersbeschwerden war
Dobretsberger als Pfarrer unermüdlich bis zu seinem plötzlichen Tod tätig.
Auszeichnungen:
Geistlicher Rat (28. 3. 1948); Konsistorialrat (Weihnachten 1967); Ehrenkanonikus (11.
11. 1975); Ehrenring der Stadt Grieskirchen (1968).
Zahlreiche Veröffentlichungen, in: Seraphischer Kinderfreund. Vereinsblatt
für das Seraphische Liebeswerk für arme Kinder, 29. -35. Jg. (1932-1938).QUELLE:
Die Linzer Ehrendomherren, in: Neues Archiv für die
Geschichte der Diözese Linz 6 (1989/1990) (mit weiterführenden Literaturangaben)
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