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Reinhard W. H. Brzoska (1927-1988)
Ehrendomherr der Diözese Linz
* 20. 6. 1927 Beuthen, Schlesien
+ 22. 4.
1988 Linz
Gymnasialstudien in Breslau 1937-1943 und Oberglogau 1944-1945
Theologiestudium in Linz 1945-1950
Priesterweihe am 29. 6. 1950, Linz
1950-1954 Kooperator in Windischgarsten
1953 Pfarrprovisor in Windischgarsten
1954-1955 Kooperator in Steyr-Stadtpfarre
1955-1960 Rektor des Bischof Kaller-Heimes in Oer-Erkenschwick (Bistum Münster)
1960 Pfarrprovisor in St. Georgen a. Wald
1961-1964 Pfarrer in St. Georgen a. Wald
1964-1988 Pfarrer in Linz-Stadtpfarre
1973-1977 (erster) Dechant des Dekanates Linz-Mitte
1981-1988 Rektor der Minoritenkirche in Linz
1981-1988 Diözesanvertreter und Aufsichtsratsmitglied im St. Josefs- Priesterverein
1982-1988 Magistralkaplan der Schlesischen Assoziation des Souveränen
Malteser-Ritter-Ordens
Reinhard Brzoska kam in Beuthen (Oberschlesien) zur Welt, wo seine Eltern Ewald Rudolf
Brzoska und Hedwig, geb. Seidel, eine Apotheke führten. Er hatte noch zwei Geschwister
(Peter und Barbara).
Nach dem Volksschulbesuch in Breslau (Andersen-Volksschule 1933-1937) folgten
Gymnasialjahre an der Eichendorff-Oberschule für Jungen und an der Mackensen-Oberschule.
Er diente ein Jahr als Luftwaffenhelfer und wurde 1944 zur Wehrmacht (Sturmgrenadier)
eingezogen. Zu Ostern 1945 erhielt er den Reifevermerk.
Am 20. April 1945 geriet Brzoska in amerikanische Kriegsgefangenschaft, aus der er am 8.
Juli entlassen wurde.
Bei der Vertreibung der Deutschen aus Oberschlesien verschlug es die Familie nach
Schwanenstadt; die Mutter starb an den Folgen der Flucht. Im September 1945 fand Reinhard
Brzoska seinen Vater und seine zwei Geschwister in Schwanenstadt wieder. Während diese
noch 1945 nach Deutschland zurückkehrten, trat Reinhard in das Priesterseminar in Linz
ein.
Von seiner priesterlichen Laufbahn seien besonders die schwierigen fünf Jahre
hervorgehoben, in denen er im Auftrag der Fuldaer Bischofskonferenz und mit Zustimmung von
Diözesanbischof DDr. Franz S. Zauner das Bischof-Kaller-Heim, ein Internat für
heimatvertriebene Schüler in Oer-Erkenschwick (Westfalen), leitete. Er erteilte auch
Religionsunterricht und wirkte als Hausseelsorger. Hier erlernte er vor allem das
seelsorgliche Gespräch, was ihm später als Pfarrer sehr zugute kam.
Mit 1. Februar 1964 übernahm Brzoska die Stadtpfarre Linz; die Investitur erfolgte am 6.
Februar. Sofort führte er eine Außenrenovierung der Kirche durch, die rund 2 Millionen
Schilling kostete. Auch den Pfarrhof sanierte er. Als Verwalter des Barbara-Friedhofes
ließ er die neue Aussegnungshalle errichten.
Mit einer bei Prof. Dr. R. Zinnhobler erstellten Arbeit "Zur Geschichte des St.
Barbara-Friedhofes in Linz", die auch im Druck erschien (Linz 1973), wurde Brzoska
1974 an der Universität Graz zum Magister der Theologie spondiert.
Seine ganze Kraft gehörte der Seelsorge. Er war bei der Pfarrbevölkerung geachtet und
beliebt. Für seine Verdienste wurde er zum Ehrenkanonikus des Linzer Kathedralkapitels
ernannt; die Verleihung der Insignien fand am 10. Oktober 1984 statt.
Am 20. April 1988 erlitt Brzoska einen schweren Verkehrsunfall, an dessen Folgen er am 22.
April starb. Die Beisetzung fand am 27. April auf dem St. Barbara-Friedhof statt.
Auszeichnungen:
Geistlicher Rat (24. 12. 1964); Konsistorialrat (24. 12. 1969); Ehrenkanonikus
(1984).
QUELLE:
Die Linzer Ehrendomherren, in: Neues Archiv für die
Geschichte der Diözese Linz 6 (1989/1990) (mit weiterführenden Literaturangaben)
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