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Leopold Brandstätter (1893-1974)

Ehrendomherr der Diözese Linz

* 21. 11. 1893 Frankenmarkt
+  29. 10. 1974 Steyr

Gymnasium in Linz-Petrinum 1905-1913
Theologiestudium in Linz 1913-1917
Priesterweihe am 29. 6. 1917, Linz

1917-1919 Kooperator in Pichl b. Wels
1919-1920 Provisor in Pichl
1920-1922 Kooperator in Gampern
1922-1924 Kooperator in Sierning
1923-1924 Katechet an der Bürgerschule in Sierning
1924-1930 Kooperator in Steyr/Stadtpfarre
1925-1930 Katechet an der Knabenhauptschule Steyr
1930-1938 Stadtpfarrer in Grieskirchen
1938 Kooperator in Pabneukirchen
1938-1939 Kooperator in Gampern
1939-1940 provisorischer Benefiziat in Vöcklabruck
1940-1970 Pfarrer in Steyr-St. Michael (Vorstadtpfarre)
1951-1970 Dechant des Dekanates Steyr
ab 1970 Pensionist in Steyr

Leopold Brandstätter wurde 1893 als Sohn des Musiklehrers und Chorregenten Leopold Brandstätter und der Juliane (geb. Thallinger, aus Parzham, Wallern) in Frankenmarkt 107 geboren, kam aber bereits 1894 nach Grieskirchen, wo sein Vater 45 Jahre als Organist wirkte. Der jüngere Bruder Alois (V 12. 5. 1898, = 21. 3. 1965) wurde 1922 zum Priester geweiht; er war bekannt als tüchtiger Prediger und guter Kirchenmusiker.

1930 wurde Brandstätter als Stadtpfarrer von Grieskirchen installiert, mußte aber am 5. Juni 1938 diese Pfarre fluchtartig verlassen, da ihm für den Fall des Bleibens von den damaligen NS-Machthabern die Verhaftung angedroht worden war.
Als Stadtpfarrer von Steyr-St. Michael galt es zunächst, die Bombenschäden des 2. Weltkrieges an Kirche und Pfarrhaus zu beheben, was bis 1951 gelang. 1952 wurde die Fassade der Kirche durch Engelbert Daringer renoviert. Daneben mußten Anstalten der Pfarre, wie Kindergarten, Schutzanstalt Wieserfeld (1969 geschlossen) und Kolpingheim, die während des Krieges enteignet worden waren, wieder in das ursprüngliche Eigentum zurückgeführt und von Grund auf erneuert werden. Auch der Preßverein für Steyr und Umgebung war 1938 konfisziert worden; als dieser 1946 seine Tätigkeit wieder aufnehmen konnte, wurde Vorstadtpfarrer Leopold Brandstätter in den Beirat gewählt. Als Obmann des Preßvereins fungierte er bis 1973.

Dechant Brandstätter wurde mit 1. Jänner 1963 zusammen mit Alois Raster zum Ehrenkanonikus ernannt. Er erfreute sich ob seiner Aufgeschlossenheit für alle Anliegen seiner Mitmenschen größter Wertschätzung. Er starb nach längerer Krankheit in seinem Heim im Hause Wieserfeldplatz 15 in Steyr.

Auszeichnungen:
Geistlicher Rat (1. 6. 1938); Konsistorialrat (Weihnachten 1946); Ehrenkanonikus (1. 1. 1963).
Anerkennung seitens der k.k. Bezirkshauptmannschaft Grieskirchen für die bei Schaffung der Bezirksunterhaltskommission geleisteten Dienste (29. 6. 1914). 

QUELLE:
Die Linzer Ehrendomherren, in: Neues Archiv für die Geschichte der Diözese Linz 6 (1989/1990) (mit weiterführenden Literaturangaben)

 
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