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Ludwig Aspöck (1884-1978)
Ehrendomherr der Diözese Linz
* 6. 8. 1884 Haag a. H.
+ 12. 3. 1978 Linz
Gymnasium in Linz-Petrinum 1897-1905
Theologiestudium in Linz 1905-1909
Priesterweihe am 26. 7. 1908, Linz
1909-1915 Kooperator in Gallneukirchen
1915-1921 Kooperator in Linz-St. Josef (Hl. Familie)
1921 Hilfspriester bzw. Provisor in St. Peter i. d. Zizlau
1921-1939/59 Pfarrer in St. Peter i. d. Zizlau (de jure bis 1959)
1928-1935 Prosynodalrichter
1935-1938 Vizeoffizial des Diözesangerichtes
1939-1951 Rechnungsreferent der Diözese für das Besoldungswesen
1942-1951 Promotor justitiae
1951 Vizeoffizial des Diözesangerichtes
1951-1965 Offizial und 1. Präsident des Diözesangerichtes
Ludwig Aspöck wurde als Sohn des Schneiders Mathias Aspöck und seiner Frau Josepha am 6.
August 1884 in Haag a. H. geboren.
Aspöck gehörte zu jenem Studienjahrgang, der als erster das ganze Gymnasialstudium am
bischöflichen Gymnasium Kollegium Petrinum absolvierte. Er maturierte 1905 mit
Auszeichnung. Seine theologischen Studien machte er fast durchwegs mit sehr gutem Erfolg.
Als Kaplan von Gallneukirchen gründete Aspöck eine Marianische Kongregation und einen
katholischen Arbeiterverein. Während der Tätigkeit in Linz-St. Peter legte er die
Lehramtsprüfung für Religion an Mittelschulen ab (1918). Neben der übrigen Seelsorge
oblag ihm während der Zeit des Ersten Weltkriegs die Militärseelsorge im Reservespital
vom Roten Kreuz, die Seelsorge im Interniertenlager Katzenau (ab 1916) sowie für
infektiöse Kranke. Als "Seuchenpater", wie er genannt wurde, kümmerte er sich
um die Blattern-, Typhus- und Flecktyphuskranken. Seine Leistung wurde durch die
Verleihung des Silbernen Ehrenzeichens des Roten Kreuzes anerkannt. Auch die
Krankenseelsorge im Allgemeinen Krankenhaus gehörte zu den Aufgaben Aspöcks. 1920 bewarb
er sich nacheinander vergeblich um die Pfarren Gutau und Dörnbach, 1921 erhielt er die
Pfarre Linz-St. Peter i. d. Zizlau, wo er schon vom 15. Februar bis 31. Mai d.J. als
Hilfspriester und anschließend als Provisor gewirkt hatte. Die oö. Landesregierung
präsentierte ihn am 11. August 1921, die Investitur erfolgte am 16. August d.J.
1922 wurden zwei neue Glocken angeschafft. 1924 wurde für die Vereinstätigkeit in der
Pfarre ein Jugendheim eingerichtet, was Bischof Gföllner "mit großer
Befriedigung" zur Kenntnis nahm und mit 1 Million Kronen unterstützte. Kirche und
Pfarrhof wurden 1927 einer gründlichen Renovierung unterzogen. Zweimal ließ Aspöck eine
Volksmission abhalten.
Sehr bald wurden dem tüchtigen Pfarrer auch Aufgaben für den Bereich der ganzen Diözese
übertragen. Von 1928 bis 1935 wirkte er als Prosynodalrichter und ab 1935 als
Vizeoffizial des bischöflichen Diözesangerichtes. 1933 war seine Bestellung zum Beirat
pro disciplina des Knabenseminars erfolgt.
Am 8. März 1938 bewarb sich Aspöck um ein Kanonikat alter Stiftung, das jedoch
anderweitig vergeben wurde. Am 28. April 1938 bat er um Enthebung vom Posten des
Vizeoffizials, was der Bischof aber erst genehmigen wollte, wenn Dr. Karl Fruhstorfer mit
Ende d.J. seine Vorlesungstätigkeit einstellte und für den Posten zur Verfügung stünde
(Schreiben vom 7. Mai 1938). Nach Wiederholung der Bitte am 28. Juni 1938 wurde Aspöck
der Rücktritt mit Schreiben vom 1. Juli 1938 gestattet.
1939 mußte Aspöck den Abbruch seiner Kirche wegen der Erbauung der Linzer Stahlwerke
erleben. Rechtlich bestand die Pfarre jedoch weiter.
Damals wurde Aspöck Ordinariatsrat für das Besoldungswesen. Nach Einführung des
Kirchenbeitrages mußte das ganze Besoldungswesen neu organisiert werden. Man vergaß
darauf, die Bestellung Aspöcks durch ein bischöfliches Dekret zu bestätigen; dieses
wurde erst am 1. Jänner 1944 ausgestellt. Mit 15. September 1942 ernannte der Bischof
Aspöck zum Promotor justitiae des Kirchlichen Diözesangerichtes.
Ab 24. September 1943 wurde zur Entlastung Aspöcks in der Seelsorge Josef Mayr zum
Pfarrvikar bestellt, während jener nominell weiterhin Pfarrer blieb.
Seit 1946 fungierte Aspöck auch als Beirat pro temporalibus des Priesterseminars.
1947 erfolgte seine Bestellung zum parochus consultor.
Am 10. Dezember 1950 ersuchte Aspöck um Enthebung als Referent für das Besoldungswesen,
weil er meinte, das Vertrauen des Bischofs nicht mehr zu besitzen. Zum Nachfolger wurde
1951 Ludwig Kneidinger ernannt. Mit Rechtswirksamkeit vom 15. März 1951 wurde Aspöck
erneut Vizeoffizial des bischöflichen Diözesangerichtes, gleichzeitig aber auf seine
Bitte als Promotor justitiae entpflichtet. Mit 1. Oktober d.J. übernahm Aspöck die durch
den Tod von Prälat Florian Oberchristl erledigte Stelle des Offizials und Ersten
Gerichtspräsidenten des Diözesangerichtes.
Mit Schreiben vom 9. Jänner 1952 erfolgte die Ernennung Aspöcks zum päpstlichen
Geheimkämmerer (Monsignore); mit Rechtswirksamkeit vom 29. Juni 1956 wurde er
Ehrenkanonikus des Linzer Domkapitels. Da die Amtsperiode als parochus consultor am 22.
August 1958 abgelaufen war, betraute der Bischof Aspöck für ein weiteres Jahrzehnt mit
dieser Aufgabe.
Mit Schreiben vom 25. April 1961 bat Aspöck wegen einer Differenz mit Regens Dr.
Engelbert Schwarzbauer um Enthebung als Beirat pro temporalibus für das Priesterseminar;
dem Gesuch wurde stattgegeben. Am 11. Februar 1964 teilte er dem bischöflichen Ordinariat
mit, daß er seinen Posten als Offizial des Diözesangerichtes zurücklegen wolle. Der
Bischof gab aber erst im Februar 1965 seine Zustimmung.
Hohes Alter und schwache Gesundheit veranlaßten Aspöck 1966, die Bitte vorzubringen,
fallweise in seiner Wohnung das Meßopfer darbringen zu dürfen, was ihm auch gestattet
wurde. 1972 ersuchte er um Enthebung als Beirat pro disciplina des Knabenseminars sowie
als parochus consultor.
1973 konnte Aspöck sein 65-Jahr-Jubiläum als Priester feiern. Er starb
fünf Jahre später, am 12. März 1978, im Alter von 94 Jahren. Nach dem
Trauergottesdienst in der Familienkirche in Linz erfolgte die Beisetzung
in der Familiengruft in Schwanenstadt.
Auszeichnungen:
Geistlicher Rat (27. 6. 1929); Bischöflicher Konsistorialrat (6. 10.
1946); Päpstlicher Geheimkämmerer (Monsignore, 9. 1. 1952); Ehrenkanonikus
(29. 6. 1954); Silbernes Ehrenzeichen vom Roten Kreuz.
QUELLE:
Die Linzer Ehrendomherren, in: Neues Archiv für die
Geschichte der Diözese Linz 6 (1989/1990) (mit weiterführenden Literaturangaben)
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