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Franz Aitzetmüller (1869-1947)

Ehrendomherr der Diözese Linz

* 8. 9. 1869 Pinsdorf
+ 23. 5. 1947 Enns

Gymnasialstudium in Ried i. Innkr. bis 1890
Theologiestudium in Linz 1890-1894
Priesterweihe am 31. 10. 1893, Linz

1894-1895 Kooperator in Altheim
1895 Kooperator in Wartberg ob der Aist
1895-1896 Kooperator in Gaflenz
1896-1898 Kooperator in Lembach
1898-1900 Kooperator in Alkoven
1900-1902 Kooperator in Eferding
1902-1908 Benefiziat in Eferding
1908 zugleich Provisor der Pfarre Eferding
1908-1926 Pfarrer in St. Nikola
1926-1941 Pfarrer und Dechant in Enns

Franz Aitzetmüller absolvierte das Theologiestudium in Linz (1890-1894) und wurde am 31. Oktober 1893 zum Priester geweiht.
1894 trat er in die Seelsorge. In rascher Folge versah er folgende Kooperatorenstellen: Altheim (ab 29. Juli 1894), Wartberg ob der Aist (ab 6. April 1895), Gaflenz (ab 9. Oktober 1895), Lembach (ab 7. November 1896), Alkoven (ab 25. Feber 1898), Eferding (ab 30. Juni 1900).
Am 10. März 1902 wurde Aitzetmüller (zunächst provisorisch) das St. Michaels-Benefizium in Eferding übertragen, nach dem Tod von Pfarrer Karl Grienberger (+27. 5. 1908) hatte er auch die Stadtpfarre zu providieren.
Mit 1. Oktober 1908 wurde Aitzetmüller die Pfarre St. Nikola, zu der auch das Gemeindegebiet von Sarmingstein gehört, verliehen.
Aitzetmüller bemühte sich nach dem 1. Weltkrieg um die Beschaffung eines neuen Geläutes sowie um die Orgelerneuerung in der Filialkirche Sarmingstein. Er leistete auch Vorarbeiten zu einer Kirchenrenovierung von St. Nikola. Die Gemeinden Sarmingstein (1920) und St. Nikola (1926) verliehen ihm die Ehrenbürgerwürde. In seiner Amtszeit als Pfarrer von St. Nikola führten ihn Pilgerfahrten nach Lourdes (1911) und Rom (1925).

Im Alter von knapp 57 Jahren bewarb sich Aitzetmüller nach der Resignation von Dechant Ignaz Treml (+5. 5. 1931) um die Stadtpfarre Enns, eine der größten der Diözese, die ihm von Bischof Gföllner am 30. April 1926 übertragen wurde. Mit dieser Stellung war das Amt eines Dechanten (1926) verbunden; auch hatte er die Anliegen der katholischen Kirche im Bezirksschulrat wahrzunehmen (1926).
Bischof Johannes Maria Gföllner ernannte Aitzetmüller am 18. September 1935 in Würdigung seiner "verdienstvollsten Pastoration anläßlich des 150jährigen Diözesanjubiläums der Diözese Linz, die dem altehrwürdigen Lorch ihren ersten Ursprung verdankt," zum Ehrendomherrn seines Kathedralkapitels. Die Investitur erfolgte am Dienstag, dem 8. Oktober, um 11 Uhr in der bischöflichen Hauskapelle. Zum "parochus consultor" wurde Aitzetmüller mit 16. August 1938 bestellt.

Gesundheitliche Beschwerden, Mißerfolge bei der Betreuung des großem Meierhofs des Ennser Dechanten (Rinderseuchen, Hochwasser) und wohl auch die schwierigen politischen Verhältnisse der damaligen Zeit bewogen Aitzetmüller, auf die Stadtpfarre zu resignieren. Bischof Gföllner suchte ihn mit dem Hinweis darauf, daß "bereits (1. Feber 1941) 46 Weltpriester-Kooperatoren einberufen" und "weitere Einberufungen mit Sicherheit zu gewärtigen" seien, als Pfarrer in Enns zu halten, nahm aber dann mit 1. März 1941 das Pensionsgesuch an. Als neuen Stadtpfarrer ernannte noch Bischof Gföllner am 19. April 1941, also wenige Wochen vor seinem Tod, den bisherigen Pfarrer von Maria Scharten, Josef Leitner (+7. 3. 1965). Aitzetmüller installierte seinen Nachfolger am Sonntag, 4. Mai 1941; eine außerkirchliche Feier fand nicht statt.

Altdechant Aitzetmüller verbrachte seinen Lebensabend in Enns, lediglich während der Umsturztage des Jahres 1945 (13. April) verließ er die Stadt und zog nach Peuerbach, wo er im Pfarrhof seines ehemaligen Kooperators Josef Feischl Aufnahme fand (bis 3. August 1945).
Aitzetmüller verstarb am 23. Mai 1947 "nach langem schweren Leiden" im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz. Sein Leichnam wurde nach Enns überführt und am 27. Mai d.J. in der Priestergrabstätte des Friedhofs in St. Laurenz bestattet.

Auszeichnungen:
Geistlicher Rat (26. 4. 1926); Konsistorialrat (1. 6. 1933); Ehrenkanonikus (18. 9. 1935); Ehrenbürger von Sarmingstein (1920), St. Nikola (1926).

QUELLE:
Die Linzer Ehrendomherren, in: Neues Archiv für die Geschichte der Diözese Linz 6 (1989/1990) (mit weiterführenden Literaturangaben)

 
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